Rückblick auf den ersten (Anti-)Rassismus Workshop an der Hochschule für Philosophie München

Impressionen von der Veranstaltung.

Am 29. – 30. Oktober fand der (Anti-)Rassismus Workshop in der HFPH statt. Bei der kritisch-praktischen Auseinandersetzung mit den Hintergründen und Praktiken rassistischer Handlungen wurden viele spannende Fragen thematisiert: Wie geht Rassismuskritik? Gibt es „races“? Und wenn ja, brauchen wir sie? Warum gibt es keine Witze über Weiße? Und wieso werden Weiße niemals als Migranten bezeichnet, sondern als Reisende, Auswanderer oder Professionals?

Mitarbeiter:innen des Lehrstuhls für Medienethik und Studierende der Hochschule organisierten den Workshop mit der Unterstützung des Lehrstuhls für Medienethik und dem Zentrum für globale Fragen. Ihr Anliegen war es sich mit anderen Studierenden zu vernetzen, die sich mit dem Thema befassen und Wissen auszutauschen – nicht zuletzt, um sich besser positionieren und in die Debatte einbringen zu können.
Sich gegen Rassismus einzusetzen und klar zu positionieren, bedeutet unbequem zu sein. Während das Nicht-Wissen-Wollen eine Geborgenheit und komfortable Filterblase für nicht betroffene Personen darstellt, haben Betroffene nie die Wahl, sich aus dem Rassismus zurückzuziehen, „bequem“ zu sein. Es ist notwendig, aus der Geborgenheit auszubrechen und sich stärker auf den objektiven Rassismus zu konzentrieren: Was nehmen wir wahr? Wie handeln wir? Welche Wirkung hat unser Handeln?

Auch in der westlichen #Philosophie soll sich etwas ändern: Wie wichtig müssen philosophische Texte anderer Kulturen werden, bevor sie im globalen Westen gelesen und ernstgenommen werden? „Die Philosophie leistet leider ihren Beitrag zu Rassismus“, so Rassismusforscher Dr. Narku Laing. Er verwies aber auch auf das Potential der Disziplin im Kampf gegen #Diskriminierung.

Am ersten Workshoptag sprachen Studierende und Alumnae der Hochschule für Philosophie über ihre Forschungsfelder. Folgende Vorträge wurden gehalten:

Simon Faets

Fanon und der Kampf um Befreiung. Wie geht Rassismuskritik?

Anne Meuche

Gibt es „races“? Und wenn ja, brauchen wir sie? – Eine philosophisch-naturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Konzept „race“

 

 

Ijabani Lucas

Achille Mbembe‘s Theory of Afropolitanism: Reflections on Anticolonialism

Sarah Shtaiermann

Chancen und Gefahren des ethnischen Humors

Henriette Hufgard

„Ihre Personaldaten bitte!“ – Ein kritischer Blick auf die kolonial geprägte Ästhetik der Bürokratie heute

Im anschließenden Diversitytraining half der Workshop den Teilnehmenden mithilfe von formalen und emotionalen Übungen zur kritischen Reflexion von Vorurteilen, Privilegien und Rassismen einen dialogorientierter Zugang zu #Diversität zu finden. Selbstverständlich auch mit ein wenig Humor!

Ich! Online!

Rückblick auf den ersten Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerkes

Der Workshop befasste sich mit dem Thema Selfie-Forschung und ihren interdisziplinären Fragestellungen, Methoden und Ergebnissen. So kamen denn auch Wissenschaftler:innen aus verschiedensten Fachbereichen, etwa aus Philosophie und Soziologie, aus Medienwissenschaften und Fotografieforschung, aus Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Religionspädagogik, Kunst und Psychologie für zwei Tage zusammen, um ihre aktuellste Forschung zum Gegenstand ‚Selfie‘ zu diskutieren. Es zeigte sich, dass neben soziokulturellen Hintergründen auch die schnelllebigen Plattformästhetiken und -konzeptionen thematisiert werden müssen, um das Selfie im Kontext zunehmend hybrider SNS-Anwendungen verstehen zu können. Im Zentrum des angeregten Austausches standen Fragen wie: Wie wird der Corpus gebildet? Wie implementiert Technologie die Bildpraktik und was folgt daraus für eine kulturpolitische, aber auch medienhistorische Rekonstruktion des streitbaren Genres? Es wurde deutlich, dass alle Fachrichtungen mit den Bezügen operieren, die zwischen einer Normativität neoliberaler Selbstvermarktung und einer Materialität sich und das menschliche Auge digital verändernder Umwelten bestehen. Fragen nach personaler, sozialer und Körper-Identität verbinden sich mit Anfragen an Möglichkeitsbedingungen für Emanzipation und einer Verortung des Subjekts, stehen andererseits aber auch im harten Kontrast zu Erfahrungen von Scham und Vulnerabilität. Dieser erste Workshop bildete den Auftakt zu weiterführender Vernetzungs- und Diskursarbeit innerhalb des Selfie-Forschungsnetzwerks, das nun eine Publikation erarbeitet, die an die Veranstaltung anschließt.

Tipp: Mehr Informationen zum Selfie-Forschungsnetzwerk sowie die Option sich in den Mailverteiler des Netzwerks einzutragen finden Sie hier!

Von Heiratsanträgen und Morddrohungen …

Rückblick auf die Abendveranstaltung "Werteorientiertes Medienmanagement" mit Dr. Barbara Hans

Dr. Barbara Hans beim Eröffnungsvortrag.

Die digitale Transformation hat sowohl die Medienproduktion als auch die -rezeption verändert. Soweit, so bekannt. Doch dass Schlagworte wie „Hate Speech“ keine bloßen theoretischen Konstrukte sind, sondern den Alltag von Journalistinnen und Journalisten konkret prägen, das wurde bei der Abendveranstaltung „Medienethik in der Bibliothek 2021“ zum Thema „Werteorientiertes Medienmanagement“ deutlich.  Dr. Barbara Hans, ehemals Chefredakteurin des Spiegels und von Spiegel Online, heute tätig als Director des Dart Center Europe schilderte eindrücklich, was für unterschiedliche und teils recht emotionale Nachrichten bei ihr eingehen, wie die Medienstrukturen entsprechende Reaktionen begünstigen und wie hiermit umgegangen werden kann.

Wie kann ein werteorientiertes Medienmanagement in einem derart dynamischen und von Emotionen geprägten digitalen Umfeld aussehen? Mit dieser komplexen Frage eröffnete Dr. Barbara Hans die anschließende Diskussion. Gemeinsam mit den rund dreißig geladenen Gästen wurden zentrale Werte- und Normvorstellungen für das Medienmanagement überdacht sowie über Handlungsalternativen debattiert. Schlagworte wie „Vertrauen“ und „Verantwortung“ standen im Zentrum des regen Austauschs. Moderiert wurde der Abend Leitung des zem::dg, Prof. Dr. Klaus Dieter Altmeppen (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) und Prof. Dr. Claudia Paganini (Hochschule für Philosophie München) sowie dem zem::dg Fellow Prof. Dr. Alexander Filipović (Universität Wien).

Die Veranstaltung fand am 21. Oktober 2021 in den Räumen der Bibliothek der Hochschule für Philosophie München statt. Sie diente auch als feierlicher Rahmen zur Verabschiedung des langjährigen zem::dg-Leiters Prof. Dr. Alexander Filipović an die Universität Wien sowie zur Begrüßung seiner Nachfolgerin Prof. Dr. Claudia Paganini.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen moderierte den Abend gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Paganini und Prof. Dr. Alexander Filipovic.

Impressionen zum Abend

Nachfolgende Bildergalerie soll die Impressionen des Abends vermitteln und bereits die Neugier auf unsere kommenden Veranstaltungen im Kontext der Reihe „Medienethik in der Bibliothek“ wecken.

Tanzen für die Demokratie

Rückblick auf die Lange Nacht der Demokratie in Eichstätt

Wie prägen Medien unser Weltbild? Welche Rolle spielen sie für unser Zusammenleben und die Demokratie? Diese Fragen standen im Zentrum der Langen Nacht der Demokratie in Eichstätt. Auf unterschiedliche interaktive Weise – mithilfe von Medien-Selbsttests, Vorträgen und Diskussionsrunden – ergründeten die Organisator:innen der Veranstaltung gemeinsam mit den Teilnehmer:innen die Bedeutung der Medien für die Gesellschaft.

Die Veranstaltung wurde von Masterstudierenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt geplant.
Bildnachweis: Alle Bilder von Olivia Rademacher

Gemeinsam mit dem Zentrum Flucht und Migration (ZFM) und des Studiengangs „Journalistik“ der Katholischen Universität Eichstätt hat das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft die Veranstaltung in Eichstätt in die Wege geleitet. Organisiert und geplant wurde die Lange Nacht der Demokratie von Masterstudierenden des Seminars „Corporate Social Responsibility“. Über ein halbes Jahr hinweg planten die Studierenden in Kleingruppen die unterschiedlichen Veranstaltungsformate, den Ablauf und die Öffentlichkeitsarbeit. Auch der Abend selbst wäre ohne die engagierten Studierenden nicht möglich gewesen: Sie führten in Moderationsteams durch die verschiedenen Programmpunkte.

Wichtige thematische Inputs für die Gruppenarbeiten und zur Einordnung der Ergebnisse der Medien-Selbsttests, bei denen die Gäste der Veranstaltung ergründen konnten, was für ein Medientyp sie sind, waren die Vorträge der Leiterin der Forschungsabteilung des ZFM, Dr. Tanja Evers und der Social-Media-Managerin Hannah Schrauth.

Ein Höhepunkt des Abends war sicherlich die Fishbowldiskussion, bei der ganz nach dem Motto des Abends jede und jeder der Teilnehmenden die Möglichkeit hatte, an der gemeinsamen Diskussion teilzunehmen und gemeinsam mit Expert:innen und Praktiker:innen aus unterschiedlichen Bereichen wie beispielsweise Prof. Johanna Haberer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Clemens Finzer (Leiter der Ausbildungsredaktion beim Bayerischen Rundfunk), Dr. Tanja Evers (ZFM) und Vertreterinnen und Vertretern von Amnesty International, des Kreisjugendrings und vielen anderen mehr ins Gespräch zu kommen.

Doch Demokratie lebt nicht nur vom Diskurs, sondern auch davon, dass sich die Menschen für sie begeistern. Einen stimmungsvollen Abschluss fand die Veranstaltung daher bei der Tanzveranstaltung „Dancing for Democracy“! Bei der Silent Disco konnte jede und jeder für sich erleben, was es heißt, in einer eigenen Medienrealität zu verweilen und doch gemeinsam mit anderen zu feiern und zu leben.

 

Impressionen der Veranstaltung

Dancing for Democracy - Eindrücke aus der Silent Disco

Impressionen von unserer Tanzveranstaltung: Wir haben das Video mit Hintergrundmusik hinterlegt – tatsächlich war die Musik bei unserer Silent-Disco (wie es der Name schon sagt) jedoch nur über die Kopfhörer zu hören.

Veranstaltungstipp: Kinovorführung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Dokumentarfilm „Hinter den Schlagzeilen“

Daten zur Veranstaltung:

Was?  Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion

Wann? 28. September 2021, 18:00 Uhr

Wo? City-Kino München, Sonnenstraße 12

Eintritt? 9,00 €

Die Wahrheit aufdecken: Berichten „was ist“. Das ist die Aufgabe des Journalismus. Doch was bedeutet eigentlich „Wahrheit“? Wie weit darf Journalismus gehen? Und welche Bedeutung hat investigativer Journalismus für unsere Gesellschaft? Fragen wie diese stellen sich unweigerlich, wenn man an die Skandale und Enthüllungen wie zum Beispiel die Panama Papers oder das so genannte Ibiza-Video zurückdenkt.

Frauke Ihnen-Beilhack, Dokumentarfilmerin und Dozentin an der Universität der Bundeswehr München und Dr. Claudia Paganini, Professorin für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München, diskutieren diese hochaktuellen Fragen bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion im Anschluss an den Dokumentarfilm „Hinter den Schlagzeilen“ von Daniel Sager. Die Diskussion wird von Sabrina Kofahl, Mitarbeiterin am Fachbereich Medienethik an der HfPh, moderiert.

Der Dokumentarfilm „Hinter den Schlagzeilen“ liefert spannende Impulse für das anschließende Filmgespräch. Zeigt er doch auf, wie investigativer Journalismus in der Praxis funktioniert, vor welche ethischen Fragestellungen Journalistinnen und Journalisten Tag für Tag gestellt werden. Dabei wird im Film immer wieder deutlich, wie wichtig ein funktionierender Journalismus für demokratische Gesellschaften ist.

Für den Dokumentarfilm öffnete Deutschlands größte Tageszeitung, die Süddeutsche Zeitung, erstmals die Tür zu ihrem weltweit renommierten Investigativ-Ressort und erlaubt dadurch einen intimen Einblick in Arbeitsprozesse, die sonst nur unter strikter Geheimhaltung stattfinden. Daniel Sager gelingt es mit seinem Werk, die komplexe Vorgehensweise der Journalisten und der Redaktion für die Veröffentlichung des Ibiza-Videos zu begleiten. Prüfungen des Materials auf Echtheit, rechtliche Konsequenzen und Absicherungen, Recherchen zur Entstehung und den Quellen des Videos als Arbeitsschritte bis zur Veröffentlichung werden für das Publikum hier transparent.

Auf dem Podium:

Frauke Ihnen-Beilhack

Frauke Ihnen-Beilhack

studierte Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Verschiedene Filmprojekte führten sie u.a. nach Washington, South Carolina, Tel Aviv und einmal rund um die Welt an Bord eines Ozeanriesen. Ihre Filme „Stadlfreunde“ und „Für die Dauer eine Reise“ liefen u.a. auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken, dem DOK.fest München und im Bayerischen Fernsehen. Bei der „Nonfiktionale – Festival des dokumentarischen Films“ in Bad Aibling ist sie in der Programmauswahl und als Co-Leitung des Kinderprogramms tätig. Seit fünf Jahren lehrt sie an der Universität der Bundeswehr in München Produktion von audiovisuellen Beiträgen und Medienethik.

(Bildnachweis: Benjamin Mayer)

Dr. Claudia Paganini

ist Professorin für Medienethik an der Hochschule für Philosophie München. Sie hat Philosophie und Theologie an den Universitäten Innsbruck und Wien studiert. Nach einer Promotion in Kulturphilosophie 2005 widmete sie sich in ihrer Habilitationsschrift der Medienethik. Zuvor hatte sie einige Jahre sowohl als Pressesprecherin als auch als Journalistin gearbeitet.

Gemeinsam mit Klaus-Dieter Altmeppen leitet sie das zem::dg – Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft.

Moderation: Sabrina Kofahl

studiert an der Hochschule für Philosophie München Philosophie und ist Mitarbeiterin am Fachbereich Medienethik. Im Rahmen dieser Arbeit hat sie bereits zahlreiche Veranstaltungen, unter anderem auch Tagungen für das Netzwerk Medienethik, organisiert. Ihr Interessens- und Forschungsschwerpunkt ist die politische Philosophie.

Flucht als Krise?

Neue Studie zur Berichterstattung über Flucht, Migration und Integration und zur themenbezogenen Aneignung durch Kinder und Jugendliche

Flucht, Migration und Integration sind zentrale Themen gesellschaftspolitischer Diskussionen und medialer Berichterstattung in Deutschland. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt „Flucht als Krise?“ wurde untersucht, wie über diese Themen berichtet wird und wie sich Kinder und Jugendliche diese Themen aneignen. Im Fokus standen somit Heranwachsende – eine mit Blick auf ihre politische Sozialisation besonders relevante und doch selten untersuchte Altersgruppe. Das Forschungsprojekt wurde aus medienethischer Sicht begleitet.

Im jetzt veröffentlichten Buch werden zwei komplementäre Teilstudien vorgestellt. Zum einen wurde an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eine standardisierte Inhaltsanalyse der Berichterstattung von Print-, TV-, Radio- und Online-Angeboten für Heranwachsende und Erwachsene durchgeführt. Zum anderen wurde am JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in einer qualitativen Studie ermittelt, wie sich Kinder und Jugendliche medial vermittelte Informationen zu Flucht, Migration und Integration aneignen und wie sie mit den gesellschaftspolitischen Diskussionen und den humanitären Problemlagen von Geflüchteten umgehen. In abschließenden Reflexionen werden die Ergebnisse der Studien aus kommunikationswissenschaftlicher, medienpädagogischer und medienethischer Perspektive diskutiert, wobei die medienethische Einordnung durch das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Kommunikation erfolgt.

Die Studie ist nun online verfügbar und beim kopaed-Verlag erhältlich.

 

Zentrale Ergebnisse des Forschungsprojektes

Zentrale Ergebnisse der Medienanalyse sind:

  • Deutschlandzentrierte Berichterstattung. Im Vordergrund der Berichterstattung standen vor allem Ereignisse, die in Deutschland stattfanden. Ein Großteil der medialen Berichte thematisierte Probleme in Deutschland, für die deutsche politische Akteure verantwortlich seien und die durch Maßnahmen in Deutschland gelöst werden könnten. Die Situation in den Herkunftsländern der Geflüchteten, Ereignisse während der Flucht oder Entwicklungen in anderen Aufnahmeländern als Deutschland standen deutlich seltener im Fokus der Berichterstattung.
  • Berichterstattung über Flucht, Migration und Integration negativ und ereigniszentriert. Der Zuzug von Flüchtlingen wird beispielsweise häufiger als Gefahr und seltener als Chance bewertet. Flüchtlinge selbst bleiben in der Berichterstattung eine weitgehend stimmlose Masse, die nur selten zu Wort kommt. Dabei wird spezifischen Ereignissen besondere mediale Aufmerksamkeit geschenkt.
  • Unterschiede in der Berichterstattung von Medienangeboten für Erwachsene und Medienangeboten für Heranwachsende: Letztere liefern häufiger Hintergrundinformationen, die zum Verständnis und zur Einordnung des politischen wie gesellschaftlichen Diskurses über Flucht, Migration und Integration wichtig sind. Zudem wurde in den Medienangeboten für Heranwachsende ausgewogener über Maßnahmen zur Liberalisierung und Begrenzung des Flüchtlingszuzugs berichtet.
  • Dominante Thematisierung männlicher Flüchtlinge aus wenigen Herkunftsländern: Männliche Flüchtlinge werden weitaus häufiger thematisiert und auf Bildern und Videos dargestellt als weibliche Flüchtlinge. Darüber hinaus wird deutlich, dass vor allem über Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan berichtet wurde. Ein Abgleich mit der Asylstatistik zeigt, dass männliche Flüchtlinge in der Berichterstattung überrepräsentiert waren, während die mediale Repräsentation unterschiedlicher Nationalitäten der Asylstatistik ähnelte – mit Ausnahme von Menschen aus Afghanistan, die in den Medien überrepräsentiert waren.

Zentrale Ergebnisse der Aneignungsstudie sind:

  • Heranwachsenden nehmen das Thema Flucht vor allem über Medien wahr. Eine teilstandardisierte Befragung der 10- bis 16-jährigen Studienteilnehmer*innen hat gezeigt, dass vor allem das Internet und Fernsehen die Orte sind, an denen sie dem Thema begegnen. Gerade nicht-journalistische Inhalte in Social-Media-Angeboten können in dem Zusammenhang auch herausfordernd für Kinder und Jugendlichen sein, wenn sie dort lebensbedrohliche Situationen für Geflüchtete, Anfeindungen in Online-Diskussionen, Inhalte mit rassistischen Übergriffen oder (aus ihrer Sicht) extremistische Botschaften wahrnehmen. Nichtmediale Berührungspunkte, wie etwa in der Schule, der Familie oder der direkte Kontakt zu Geflüchteten spielen demnach für die meisten Befragten eine untergeordnete Rolle.
  • Von Heranwachsenden angesprochene Themenfacetten von Flucht, Migration und Integration stimmen weitgehend mit den Ergebnissen der Medienanalyse überein – mit einem gewichtigen Unterschied. Die Heranwachsenden benannten ein Spektrum von Themen, das sich zu drei Problemfeldern bündeln lässt: die humanitäre Notlage der Geflüchteten, eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie Brüche in der Gesellschaft. Auffällig ist, dass eine ausgeprägte Problemwahrnehmung in diesen Bereichen mit einer bedeutenden Rolle von Medien und medialer Kommunikation zusammenfällt. Ein Themenaspekt, den ein Teil der befragten Heranwachsenden weniger in der journalistischen Berichterstattung und eher in Social Media oder im nichtmedialen Alltag verortet, sind Diskriminierungserfahrungen in Deutschland.
  • Trotz der gesellschaftlichen Kontroverse um das Thema Flucht bleiben Kinder und Jugendliche weitgehend Rezipientinnen und Rezipienten. Social-Media-Angebote spielen für den Kontakt mit dem Thema zwar eine Rolle, nur wenige suchen hier aber gezielt nach themenbezogenen Informationen. Auch für die Kommunikation über das Thema Flucht oder die Beteiligung an themenbezogenen Diskussionen nutzen Heranwachsende kaum Social-Media-Angebote.
  • Die Heranwachsenden formulieren hohe Ansprüche an die Qualität der Darstellung des Themas Flucht, Migration und Integration in der klassischen Berichterstattung und in Social Media. Die Heranwachsenden beziehen sich bei der Bewertung der Angebote weitgehend auf gängige journalistische Qualitätsmaßstäbe. So erwarten die Befragten von Medienbeiträgen über das Thema eine wahrheitsgetreue Darstellung. Zudem ist ihnen eine unverfälschte und ausführliche Kontextualisierung wichtig. Neben solchen journalistischen Maßstäben spielt für sie aber auch Glaubwürdigkeit eine Rolle.

Kontakt zum Forschungsteam

Kontakt für die Medienanalyse

Prof. Dr. Gerhard Vowe (vowe@uni-duesseldorf.de)

PD Dr. Marco Dohle (Marco.Dohle@hhu.de)

Dr. Ole Kelm (Ole.Kelm@uni-duesseldorf.de)

Kontakt für die Aneignungsstudie

Dr. Niels Brüggen (niels.brueggen@jff.de)

Eric Müller (mail@eric-mueller.net)

Christa Gebel (christa.gebel@jff.de)

Maximilian Schober (maximilian.schober@jff.de)

Handreichungen für die Praxis

Konkrete Handreichungen für die journalistische Arbeit und pädagogische Praxis liegen bereits vor:
• JFF – Institut für Medienpädagogik (2020): Flucht in den Medien. Arbeitshilfe – Handreichung – Materialpaket
• Gabriele Hooffacker (2020): Journalistische Praxis: Konstruktiver Journalismus

 

Verlängerung: Call for papers zum 1. Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerks 2021

Einreichungen zum 1. Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerks noch bis zum 02. Juli 2021 möglich!

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Zum Workshop:

Datum des Workshops:
07.-08.10.2021

Veranstaltungsort:
Hochschule für Philosophie München

 

Call for Papers:

Umfang des Abstracts:
200-400 Wörter für einen 20-minütigen Vortrag

Einreichungsfrist:
Bitte reichen Sie Ihr Abstract zusammen mit einem kurzen akademischen Lebenslauf bis zum 02. Juli 2021 bei kristina.steimer@zemdg.de ein!

Sie forschen im Bereich des Selfies und möchten sich mit anderen (Nachwuchs-)Wissenschaftler:innen gerne über Ihr Forschungsgebiet austauschen? Dann sind Sie beim ersten Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerks genau richtig. Das Selfie-Forschungsnetzwerk ist ein loser Verbund von Wissenschaftler:innen aus dem deutschsprachigen Raum, die sich aus unterschiedlichen Disziplinen heraus mit dem Thema „Selfie“ auseinandersetzen.

Dieser erste Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerks bringt verschiedene Fächer, Fragestellungen, Methoden und Perspektiven zusammen und bietet einen offenen sowie zugleich strukturierten Rahmen für die Präsentation eigener Forschungsprojekte, zum gegenseitigen Austausch und zur  Vernetzung an. Hierzu suchen wir noch Beiträge! Der Call zum Workshop wurde daher um einen Monat verlängert. Eine Einreichung ist noch bis zum 02. Juli 2021 möglich! Im Anschluss an den Workshop ist eine Publikation der vorgestellten Beiträge in Form eines Sammelbandes geplant.

Sie möchten Ihr Forschungsprojekt vorstellen? Dann senden Sie bitte Ihr Abstract von 200-400 Wörtern für einen 20-minütigen Vortrag sowie einen kurzen akademischen Lebenslauf, der auch Ihre aktuelle institutionelle Einbindung enthält bis zum 02.07.2021 an kristina.steimer@zemdg.de

Mögliche Beitragsthemen könnten sein:

  • Welche Definitionsformen des Selfies gibt es (Selbstporträt, Kommunikationswerkzeug o.a.) und konkurrieren sie?
  • Wie ist das Selfie historisch und politisch gewachsen?
  • Welche Rolle spielen Materialität, Digitalität und Technizität für das Selfie?
  • Welches Spannungsfeld eröffnet das Selfie für Identität und Entwicklung?
  • Welche Rolle spielt der soziale und kulturelle Rahmen für das Selfie (und umgekehrt)?
  • Welchen sozioökonomischen Einfluss nimmt das Selfie auf unser Selbstverständnis?
  • Was sagt das Selfie über die Technisierung von Körper und Selbst?

Wir werden in den kommenden Wochen alle Einsendungen sichten und uns bis zum 15.07.2021 rückmelden.

 

Den ursprünglichen Call for papers finden Sie hier.

Vortragsreihe zur Medienethik der VHS in München

Das Feld der Medienethik ist weit und bietet zahlreiche spannende Anschlussfragen. In einer Vortragsreihe, die die Volkshochschule München in Kooperation mit dem zem::dg entwickelt hat, werden aktuelle Fragen vorgestellt und diskutiert. Die Vortragsreihe findet – sollte die aktuelle Situation es zulassen – in hybrider Form statt: In Präsenz in München und digital per Streamübertragung.

Mehr Informationen zu den drei geplanten Veranstaltungen finden Sie in nachfolgender Übersicht:

 

Gedanken zu Wahrheit und Lüge am Beispiel des modernen Journalismus

Freie Medien sind die vierte Gewalt in der Demokratie, Journalisten gelten als systemrelevant. Doch einiges hat sich verändert im digitalen Zeitalter. Neue mediale Akteure und gesellschaftlich-technische Entwicklungen untergraben die Autorität des professionellen Journalismus, Fake News und Relotius-Affäre fordern ihn heraus. Was bedeutet das Spiegel-Versprechen „Sagen, was ist“ in der Praxis? Wie sieht Wahrheitsfindung im Journalismus aus? In der Corona-Krise wird deutlich, inwiefern er Bezüge zu einer geteilten Wirklichkeit herstellt.

 

Die Referentin: Christine Ulrich arbeitet als Redakteurin beim Evangelischen Pressedienst (epd) für den Landesdienst Bayern. Sie promoviert im Bereich Medienethik zu der Frage, welche Bedeutung der aktuelle Wahrheitsdiskurs für die journalistische Arbeit hat.

Informationen zur Veranstaltung:

Datum: 21.04.2021

Zeit: 20:00-21:30 Uhr

Ort der Präsenzveranstaltung: Einstein 28

Preis: 10,00 €

Rationalität im medialen Zeitalter

Der Vortrag befasst sich mit dem Zusammenhang von Medien und Vernunft aus medienphilosophischer Sicht und lotet dessen Dimensionen aus. Schon seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass die Vernunft durch Verschwörungsmythen und -erzählungen jeglicher Art, die von Medien verbreitet werden, vehement herausgefordert wird. Das Auftreten des Coronavirus hat diese Tendenz noch verstärkt. Angesichts dieser Herausforderungen geht es um die Frage, welcher Stellenwert der Rationalität im medialen Zeitalter zugeschrieben werden kann und wie irrationalem Denken und den daraus folgenden Weltbildern begegnet werden kann.

 

Der Referent: André Schülke arbeitet als Trainer und Coach. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der Ausformung nichtrationaler Weltbilder als Folge regressiver Nachrichtenrezeption.

Informationen zur Veranstaltung:

Datum: 28.04.2021

Zeit: 20:00-21:30 Uhr

Ort der Präsenzveranstaltung: Einstein 28

Preis: 10:00 €

Eine philosophische Betrachtung der neuen Kommunikationsformen im Web

Ob und wie Kommunikation und Selbstausdruck via „Social Web“ sich positiv oder negativ auf soziale Beziehungen oder die Beziehung des Selbst zu sich auswirken, ist bis heute eine offene Frage der Medienethik. Der Vortrag geht ihr mit Blick auf die andauernde Pandemie nach. Wie ändert sich die Bedeutung von Kommunikation und Selbstausdruck, wenn diese aus der Isolation heraus plötzlich ausschließlich digital stattfinden müssen? Welche Voraussetzungen für soziale und Selbst-Beziehungen außerhalb des digitalen Raums liegen vor? Insbesondere das philosophische Konzept des Dialogs kann neue Perspektiven auf die Zwiespältigkeit der digital-vernetzten Welt eröffnen.

 

Die Referentin: Anna Kristina Steimer ist Gründerin des Selfie-Foschungsnetzwerks und beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem Phänomen „Selfie“ aus existenzphilosophischer Perspektive.

 

Informationen zur Veranstaltung:

Datum: 05.05.21

Zeit: 20:00-21:30 Uhr

Ort der Präsenzveranstaltung: Einstein 28

Preis: 10:00 €

Können Männer auch Kanzlerin werden?

Neues Buch in Kontext des Wertebündnis Bayern mit Beitrag von Alexander Filipović erschienen

Demokratie ist Selbstliebe. Ein Ort der Freiheit. Demokratie ist Überleben.

Eine ganze Generation ist mit einer Bundeskanzlerin aufgewachsen: Angela Merkel, und die Frage, ob auch Männer diesen Job machen können, wird sich erst noch erweisen müssen.
Aber, wer auch immer die Nachfolge antritt, eines steht schon heute fest: Demokratie ist kein Selbstläufer, sie will von uns allen jeden Tag neu verstanden und verteidigt werden.

Aber was bedeutet Demokratie eigentlich für uns und unser Zusammenleben? Das Wertebündnis Bayern geht in einem neuen Buchprojekt dieser Frage nach und fragt dazu eine Reihe von bekannten und unbekannten Menschen: Jüngere und ältere Menschen, Zugereiste und Einheimische, deren Perspektiven und Anekdoten ebenso vielfältig und überraschend wie nachdenklich und lustig sind. Unter ihnen ist auch Prof. Dr. Alexander Filipović, ehemaliger Co-Leiter und heute Fellow des zem::dg. 

Er befindet sich dabei in illustrer Gesellschaft. Neben ihm sammelt das Buch auch die Gedanken von Schauspielerin Jutta Speidel, LGBTQ+-Aktivistin Julia Bomsdorf, Fernsehkoch Alfons Schuhbeck, Politikerin Ilse Aigner, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch, Aktivistin und Autorin Nahid Shahalimi, Kriegsreporterin Julia Leeb, Schauspieler August Zirner, Plant-for-the-Planet-Gründer Felix Finkbeiner, die ehemalige Skirennläuferin und Stiftungsgründerin Michi Gerg, Influencer Chris Boom, Kabarettist Christian Springer, die israelische Generalkonsulin Sandra Simovich, Skateboard-Weltmeister Tobias Kupfer, u. v. m.

 

Das Buch erscheint voraussichtlich am 29. März 2021 im Elisabeth Sandmann-Verlag.

Hintergrundinfos zum Buch:
Preis: 18,– € (D)/18,50 € (A)
Elisabeth Sandmann Verlag
Klappenbroschur, 128 Seiten
ISBN: 978-3-945543-90-0

 

Call for papers: 1. Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerks 2021

Thema: Selfie-Forschung und ihre interdisziplinären Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Zum Workshop:

Datum des Workshops:
07.-08.10.2021

Veranstaltungsort:
Hochschule für Philosophie München

 

Call for Papers:

Umfang des Abstracts:
200-400 Wörter für einen 20-minütigen Vortrag

Einreichungsfrist:
Bitte reichen Sie Ihr Abstract zusammen mit einem kurzen akademischen Lebenslauf bis zum 31.05.2021 bei kristina.steimer@zemdg.de ein!

„If it is good enough for the Obamas or The Pope, then it is good enough for Word of the Year“ (Oxford University Press 2013). Mit diesem Jury-Befund erhielt das Selfie die Kür zum Wort des Jahres 2013 – als Bestandteil gegenwärtiger Bildkulturen von öffentlicher Relevanz. Seitdem ist ein gesellschaftlicher Diskurs um die digitale Selbstphotographie entbrannt: Ist das Selfie Sinnbild von digitalem Empowerment oder Vorbote einer narzisstischen Epidemie? Sollte man es feiern, wie beim ‚National Selfie Day‘ (21. Juni)? Oder sollte man es reglementieren? Sind Selfies gar gefährlich? Immerhin kamen 2015 mehr Menschen beim Selfie-Taking ums Leben als bei Hai-Angriffen. Das Selfie hat aber auch die Begründung eines neuen Forschungszweiges provoziert: die Selfie-Forschung.

Interdisziplinär erforschen (Nachwuchs-)Wissenschaftler:innen aus Kommunikations- und Medienwissenschaften, Philosophie und Ethik, Kunst- und Kulturwissenschaften, Bildwissenschaften (Photographie), Wirtschaftswissenschaften, (Religions-)Pädagogik, Medizin und Psychologie das Alltagsphänomen Selfie. „[A]s a genre, selfies consist of far more than stereotypical young girls making duck faces in their bathrooms“ (Senft/Baym 2015). Worin nur besteht dieses ‚Mehr‘ – und worin die Verachtung für das Stereotyp? Formen, Vorkommen, Ursprünge und Hintergründe des Genres sind ebenso zu hinterfragen wie Definitionen, Konzepte und Bezüge. Das Selfie – Bildgebung der eigenen Selbstbeziehung und Emblem sozialer Bedeutung – formt und festigt, was heute denk-, sag- und machbar ist: Das Selfie macht Diskurse zeigbar. Hegemoniale Repräsentationskonventionen stehen ebenso zur Debatte wie digitale Medientechnologien, um das Selfie zu verstehen

Das gemeinsame Forschungsinteresse der verschiedenen Wissenschaften fragt nach Motivation und Erwartungshaltungen verschiedenster Selfie-Praktiken, nach strukturellen Bedingungen und nach Auswirkungen auf soziale Wertesysteme. Selfies haben Einfluss auf die Entstehung von Ideen, Werten und dementsprechend Handlungsentscheidungen. Wie kann dieser Einfluss normativ eingeordnet und bewertet werden? Welche Schlussfolgerungen können daraus für die Bedeutung des Selfie-Phänomens gezogen werden?

Die Antworten auf diese und andere Fragen unterscheiden sich je nach Forschungsziel und Fach ebenso wie die Herangehensweise und Methodik der pluralen Ansätze der Selfie-Forschung.

Dieser erste Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerks bringt verschiedene Fächer, Fragestellungen, Methoden und Perspektiven zusammen und bietet einen offenen sowie zugleich strukturierten Rahmen für die Präsentation eigener Forschungsprojekte, zum gegenseitigen Austausch und zur Vernetzung an. Der Call richtet sich fächerübergreifend an alle (Nachwuchs-)Wissenschaftler:innen, die zum Selfie forschen, und lädt zu einem regen interdisziplinären Austausch ein. Eine Publikation der vorgestellten Beiträge in Form eines Sammelbandes im Anschluss an den Workshop ist geplant. Der Workshop findet an der Hochschule für Philosophie, München, 07.-08.10.2021 statt und wird vom Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) organisiert. Eine anteilige Erstattung von Fahrt- und Übernachtungskosten ist nach Maßgabe der Möglichkeiten vorgesehen, sofern diese nicht von der eigenen Institution erstattet werden können. Für das leibliche Wohl der Teilnehmer:innen ist gesorgt.

Ein Abstract von 200-400 Wörtern für einen 20-minütigen Vortrag und einen kurzen akademischen Lebenslauf, der Ihre aktuelle institutionelle Einbindung enthält, richten Sie bis zum 31.05.2021 an kristina.steimer@zemdg.de

 

Mögliche Beitragsthemen könnten sein:

  • Welche Definitionsformen des Selfies gibt es (Selbstporträt, Kommunikationswerkzeug o.a.) und konkurrieren sie?
  • Wie ist das Selfie historisch und politisch gewachsen?
  • Welche Rolle spielen Materialität, Digitalität und Technizität für das Selfie?
  • Welches Spannungsfeld eröffnet das Selfie für Identität und Entwicklung?
  • Welche Rolle spielt der soziale und kulturelle Rahmen für das Selfie (und umgekehrt)?
  • Welchen sozioökonomischen Einfluss nimmt das Selfie auf unser Selbstverständnis?
  • Was sagt das Selfie über die Technisierung von Körper und Selbst?

Wir werden in den kommenden Wochen alle Einsendungen sichten und uns bis zum 15.06.2021 rückmelden.