Stellenangebot: Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (Teilzeit 65 %)

Der Lehrstuhl Medienethik (Prof. Dr. Alexander Filipović) an der Hochschule für Philosophie München sucht für ein Forschungsprojekt zum Thema „Digitalisierung – Gesellschaft – Politik. Wie verändert digitalisierte Kommunikation unsere Gesellschaft?“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n

Wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (Teilzeit 65 %)

Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet. Die Vergütung erfolgt gemäß ABD EG 13 (Arbeitsvertragsrecht der Bayerischen Diözesen, angelehnt an TVöD). Im Falle einer Promotion besteht bei Bedarf die Möglichkeit, anschließend ein einjähriges Stipendium für deren Abschluss zu beantragen.

Diese Anzeige wurde veröffentlicht am 23. November 2018.

Ihre Aufgaben

Sie bearbeiten (vorzugsweise in einer Promotion an der Hochschule für Philosophie) das Forschungsthema „Digitalisierung – Gesellschaft – Politik“. Im Projekt soll die Situation der Digitalität der öffentlichen Kommunikation (Daten, Algorithmen, KI, Distributionsmechanismen) aus einer integrierten Perspektive sozialphilosophisch-ethisch analysiert werden, und dabei vor allem der Einfluss der rapiden Veränderungen von Medien und Technologie auf unsere Gesellschaft. Ziel ist es unter anderem, Herausforderungen für die politische Gestaltung zu identifizieren und ethische Maßstäbe dafür zu begründen. Konkret geht es um zwei Fragen: Wie verändert digitalisierte Kommunikation unsere Gesellschaft und welche Maßgaben können die politische Gestaltung der Digitalisierung in Europa anleiten? 

Für diese Aufgabe erhalten Sie umfassende interne Einblicke in ein großes deutsches Medienunternehmen und haben die Gelegenheit, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis hin zum Vorstandsvorsitzenden zu sprechen. Unter anderem erhalten Sie Einblick in die realen Möglichkeiten datengestützter Ökonomie.

Durch die Sachverständigen-Tätigkeit von Alexander Filipović in der Enquete-Kommission des Deutschen Bun-destages zum Thema „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ (2018-2020) besteht die Möglichkeit, diese Erkenntnisse direkt für die Politikberatung zu nutzen. Die Zuarbeit und Assistenz von Alexander Filipović für diese Tätigkeit ist daher ein wichtiger weite-rer Aufgabenbereich der Stelle.

Ihr Profil

Sie sind in der Lage, eine ethisches, politisch-theoretisches und sozialwissenschaftliches Forschungsprojekt eigenständig zu entwickeln und zu bearbeiten. Sie verfügen über einen ausgezeichneten (Master-) Abschluss in Philosophie mit dem Schwerpunkt (Angewandte) Ethik (Bereich Technik). Oder Sie haben einen ausgezeichneten Abschluss in Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft oder einer anderen einschlägigen Wissenschaft und haben darüber hinaus vertiefte philosophische Kenntnisse (vor allem im Bereich Ethik).

Sie sind offen und es fällt Ihnen leicht, mit Menschen in verantwortungsvollen Positionen in Kontakt zu treten. Sie arbeiten genau, schnell und mit großem Einsatz und können regelmäßig an Ihrem Dienstort München prä-sent sein. Idealerweise haben Sie journalistische Erfahrung.

Unser Angebot

Die Hochschule für Philosophie München ist eine staatlich anerkannte Universität in Trägerschaft des Jesuitenordens. Ihr Angebot grundständiger Studiengänge für Philosophie (Bachelor, Master, Promotion) sowie weiterbildender Studiengänge u.a. in Interkultureller Bildung und Ethik wird von etwa 500 Studierenden unterschiedlichen Alters sowie diverser Nationalitäten und Kulturen genutzt.

Sie erwartet eine verantwortungsvolle Aufgabe in einer kleinen, ebenso traditionsreichen wie dynamischen Hochschule im Herzen von München mit weit reichenden Gestaltungsmöglichkeiten.

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen als PDF-Dokument in einer Datei per E-Mail unter Angabe der Stellenbezeichnung an medienethik@hfph.de. Rückfragen zum Profil der Stelle richten Sie ebenfalls an diese Adresse.

Ausschreibung für das Interdisziplinäre, kooperative Promotionskolleg „Ethik, Kultur und Bildung für das 21. Jahrhundert“

Das von der Katholischen Stiftungshochschule München, der Hochschule für Philosophie München und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt im Rahmen der Kooperationspartnerschaft Katholische Hochschulen in Bayern getragene Promotionskolleg vergibt zum 01.04.2019 bis zu zehn Promotionsstipendien. Die finanzielle Förderung erfolgt durch die Hanns-Seidel-Stiftung e.V. Die zu vergebenden Stipendien werden aus Mitteln des BMBF finanziert, die den dreizehn bundesweit arbeitenden Begabtenförderwerken zur Unterstützung ausgezeichneter und gesellschaftlich engagierter Doktoranden zur Verfügung gestellt werden.

Bewerben – aber wie?

Für die Bewerbung sind folgende Unterlagen in einem PDF-Dokument einzureichen:

  • Ein Motivationsschreiben (max. 2 Seiten)
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse
  • Ein Kurzexposé für die Dissertation: ca. 5 Seiten plus einem Abstract von ca. 250 Wörtern und Literaturangaben
  • ggf. Nachweis hinreichender Deutschkenntnisse

Bewerbungen für das Promotionskolleg senden Sie bitte in einem PDF-Dokument bis zum 14. Januar 2019 mit dem Betreff „Bewerbung KHB Promotionskolleg 2019“ elektronisch an:

promotionskolleg2019@hfph.de

Thematisch fokussiert das Promotionskolleg Fragestellungen zu Werteorientierung und Menschenbild für das 21. Jahrhundert. Skizzen für Promotionsprojekte können zu folgenden vier Themenfeldern eingereicht werden:

  • Ethik der Globalisierung
  • Mensch und digitale Gesellschaft
  • Befähigung und Care in sozialer Verantwortung
  • (Trans-)kulturelle Bildung

Die Ausschreibung richtet sich vorzugsweise an Absolventinnen und Absolventen geistes-, kultur-, bildungs-, gesundheits- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge. Ausdrücklich sind auch Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zur Bewerbung eingeladen. Die Betreuung erfolgt im Tandem zweier Professorinnen/Professoren der beteiligten Hochschulen. Das Promotionskolleg arbeitet auf Deutsch, die Dissertation kann auch in englischer Sprache eingereicht werden.

 Weitere Informationen zum Promotionskolleg und Details zur Bewerbung erhalten Sie unter: 

Veranstaltungstipp: Kulturbrüche – Ethische Überlegungen in einer digitalisierten, alternden und postmigrantischen Gesellschaft

Vortrag im Rahmen des Auftakts des Promotionskollegs „Ethik, Kultur und Bildung für das 21. Jahrhundert“

Regina Ammicht Quinn, Prof. Dr., ist Sprecherin des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen und Direktorin des Zentrums für Gender und Diversitätsforschung (ZGD) der Universität Tübingen.
Studium der Katholischen Theologie und Germanistik; Promotion zur Ethik der Theodizeefrage, Habilitation zu Körper, Religion und Sexualität. Von Februar 2010 bis Mai 2011 Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung als parteiloses Mitglied der Landesregierung von Baden-Württemberg.

Wir leben in einer Zeit der Umbrüche: Die Digitalisierung sorgt für immense Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen. Arbeit 4.0, Smart Home und digitale Stadtplanungen zeugen von den (technischen) Umwälzungen. Zugleich scheint die Welt ein Stück weit kleiner geworden zu sein – das Stichwort „Globalisierung“ hat durch die digitale „Revolution“ nochmals an Bedeutung hinzugewonnen und wird durch aktuelle Migrationsbewegungen und die damit einhergehenden Debatten rund um „Flucht“ und „Flüchtlingskrise“ für nahezu jeden hautnah erlebbar.

Gerade – aber nicht nur – der letztgenannte Aspekt und die hiermit einhergehenden Kontroversen machen deutlich, welche Ängste Situationen des Umbruchs hervorrufen: Die Angst, Liebgewonnenes, Vertrautes zu verlieren. Die Angst, vor dem unbekannten Fremden und dem Verlust der eigenen „kulturellen Identität“.

Was aber ist Kultur? Was ist “unsere Kultur”? die “westliche Kultur”? das “christliche Abendland”?

Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, Sprecherin des des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen und Direktorin des Zentrums für Gender und Diversitätsforschung (ZGD) der Universität Tübingen wird zum Auftakt des Promotionskollegs „Ethik, Kultur und Bildung für das 21. Jahrhundert“ eben diesen Fragen anhand der Geschichte und mithilfe von Geschichten und Werten, die ein traditionelles Konzept von Kultur geprägt haben, nachgehen.  

Ein solches Konzept von Kultur versucht, vertraute und gewohnte Ordnung zu schaffen oder aufrecht zu erhalten. Dass Kulturbrüche ihren eigenen Wert haben, sollte hierbei jedoch nicht ausgeblendet werden: Zwar gehen sie mit Unsicherheit und Sorge einher, zugleich sind sie aber nötig, um im Denken und im Leben neue Möglichkeitsräume entstehen zu lassen.

Promotionen zum Thema

Mit den ethischen Implikationen kultureller Umbruchsituationen befassen sich auch einige Promotionen, die im Rahmen des Promotionskollegs „Ethik, Kultur und Bildung für das 21. Jahrhundert“ entstehen. Als interdisziplinäres Forum unterstützt das Promotionskolleg als Kooperationsprojekt der Katholischen Hochschulen in Bayern (in dessen Kontext auch das zem::dg zu verorten ist) Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei ihren Doktorarbeiten zu aktuellen und klassischen Problematiken der Wertorientierung und Wertebildung. Die konkreten Themen reichen von Transhumanismus und Pflegeethik bis hin zu ethischen Herausforderungen des autonomen Fahrens. Die Hanns-Seidel-Stiftung fördert das Promotionskolleg. In einer Posterausstellung, die im Rahmen des Empfangs zur Auftaktveranstaltung zu besichtigen ist, wird über die konkreten Promotionsthemen im Detail informiert.

 

Die Veranstaltungsdaten im Überblick:

Wann? Mittwoch, 7.11.2018, 19.00 Uhr 

Wo? Aula der Hochschule für Philosophie München (Kaulbachstraße 31, München)

Download: Veranstaltungsflyer

Einführung von zem::dg-Leiter Alexander Filipović

Prof. Dr. Alexander Filipoivić, Leiter des zem::dg und Co-Sprecher des wissenschaftlichen Leitungskreises des Kollegs, führt nach den Grußworten der Präsident_innen der Hochschulen, Prof. Dr. Gabriele Gien, Prof. Dr. Hermann Sollfrank und Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher sowie der Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. Staatsministerin a. D. Prof. Ursula Männle in den Abend ein.

Tagungshinweis: Skizzen einer Theologie des Digitalen

Die Veranstaltungsdaten im Überblick:

Wann? Sa 3. November 2018, 10:00-16:30 Uhr

Wo? Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

Weitere Infos & Anmeldung unter: https://hausamdom-frankfurt.de/beitrag/311-skizzen-einer-theologie-des-digitalen/

Welche Herausforderungen birgt die Digitalisierung für die Theologie? Und welche Positionen und Antworten kann die Theologie hierauf finden?

Diesen Fragestellungen geht der Thementag “Skizzen einer Theologie des Digitalen auf den Grund. Der Thementag findet am 3. November 2019 im Haus am Dom in Köln statt.

Nähere Informationen zur Veranstaltung – aus dem Veranstaltungsflyer:

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft stellt auch die Theologie vor Heraus­forderun­gen. Dabei greift die reine Ausrichtung auf eine Medien­ethik zu kurz, da hier Theologie in Gefahr gerät, zu einer Lieferantin von ethischen Orientierungen reduziert zu werden. Stattdessen muss es um eine theologische Reflexion der „Kultur der Digitalität“ gehen, die Fragen nach der Anthropologie und Subjektivität der Digitalisierung zu beantworten vermag. Eine Theologie des Digitalen darf sich nicht scheuen, Kernfragen wie die Frage nach der Ungreifbarkeit Gottes in den Mittelpunkt zu rücken und muss sich letztendlich der Wahrheitsfrage bzw. der Rolle von Angst und Vertrauen in Zeiten der Digitalisierung stellen.

Referentinnen und Referenten:

  • Kerstin Heinemann, Referentin für Social Media, JFF, München
  • Mara Fessmann, Bloggerin, Frankfurt
  • Prof. Andreas Büsch, Mainz 
  • Prof. Dr. Wolfgang Beck, Frankfurt 
  • Prof. Dr. Bernd Trocholepczy, Frankfurt 

Moderation
Joachim Frank
Hannah Ringel
Prof. Dr. Joachim Valentin

Enquete-Kommission zu KI mit Prof. Filipović

Prof. Dr. Alexander Filipović, Leiter des zem::dg
Foto: Leopold Stübner SJ

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag hat Prof. Dr. Alexander Filipović als Mitglied der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ benannt. Er ist damit einer von 19 Sachverständigen, die neben 19 Abgeordneten diesem Gremium angehören werden. Filipović hat seit 2013 den Lehrstuhl für Medienethik an der Hochschule für Philosophie München inne und leitet seit 2016 zudem das von den Katholischen Hochschulen in Bayern getragene Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg).

Alexander Filipović beschäftigt sich mit Algorithmen und Künstlicher Intelligenz aus ethischer Perspektive: „Wenn Algorithmen und selbstlernende Systeme unsere öffentliche Kommunikation beeinflussen, dann sollten sie auch ethisch reflektiert werden“, betont er. Nicht nur aus medien- und digitalisierungsethischer Perspektive ist KI für Filipović Thema. Als Sozialethiker und promovierter Theologe sieht er einen sozialen, ökonomischen aber auch kulturellen Wandel durch Künstliche Intelligenz: „Freiheit, Gemeinwohl, Gerechtigkeit und ökologische Werte müssen Maßgaben für die Gestaltung einer Zukunft mit KI sein“, stellt er klar.

HfPh-Präsident Johannes Wallacher freut sich, „dass Alexander Filipovićs Forschungen zu Digitalisierung, Algorithmen-Ethik und Künstlicher Intelligenz nun auch unmittelbar in die politische Arbeit in Berlin einfließen können“. Die Bedeutung von philosophischem Orientierungswissen, das die Hochschule auch im weiterbildenden Zertifikat Medienethik an Menschen mit Berufserfahrung vermittelt, sei auch den Mitgliedern des Bundestags bewusst: „Die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bedürfen einer philosophisch-ethischen Einschätzung und müssen entsprechend gestaltet werden“, so Wallacher.

Die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ des Deutschen Bundestags hat den Auftrag, Handlungsempfehlung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu formulieren. Um noch in der laufenden Legislaturperiode erste Umsetzungsschritte zu ermöglichen, soll die Kommission ihre Ergebnisse und Handlungsempfehlungen nach der parlamentarischen Sommerpause 2020 vorlegen.

Sommerinterview auf der Vorderbühne

ARD: Bericht aus Berlin mit AfD-Chef Jörg Meuthen

ARD-Sommerinterview mit Jörg Meuthen, AfD-Bundessprecher. Video: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-428545.html: 

„Das ging aber schnell“ – kommentierte AfD-Chef Meuthen die Abmoderation von Tina Hassel nach knapp 20 Minuten Sommerinterview. So, als hätte er das Gespräch gerne noch fortgesetzt. Kein Wort von Lügenpresse oder Staatsfunk, keine Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen, keine Rüpeleien.

Dabei war Tina Hassel durchaus nicht zahm mit ihm umgegangen. Angefangen mit einer Fangfrage („Sind Sie gerne nach Berlin gekommen?“), um dann, während Meuthen sich noch im Konversationsmodus wähnt, nachzuschieben: „Kritiker aus Ihrer Partei finden, dass Sie in Berlin zu wenig wahrnehmbar sind.“ „Stimmt nicht,“ antwortet Meuthen, „das war nur die BILD-Zeitung.“

In einem kurzen Filmeinspieler wird dann formuliert, dass Meuthens Reden wie Proseminare klängen und er in Berlin neben den anderen AfD-Größen eher eine stumme Rolle hätte. Meuthen, Professor für Wirtschaftswissenschaft, sagt dazu nichts.

Nächstes Thema: Italiens neue Mitte-Rechtsregierung. Habe er schon Matteo Salvini, dem neuen Innenminister aus der Lega Nord zu seiner Entscheidung gratuliert, die italienischen Häfen für die EU-Marinemission Sophia dichtzumachen und damit die Flüchtlinge ihrem Schicksal zu überlassen? Meuthen hat gratuliert, wenn auch nicht persönlich. Ob er die er eine Festung Europa wolle, fragt Hassel weiter. Er wolle, dass die Außengrenzen besser geschützt würden, damit die illegale Massenimmigration aufhört. Australien sei ein gutes Beispiel, wie das gehe. Seit das Land seine Grenzen dichtgemacht habe, ertränke dort niemand mehr. Anders als bei uns. Deshalb sei Seenotrettung zynisch, weil sie falsche Anreize schaffe. Diesmal keine Reaktion von Tina Hassel.

Dann bringt die Moderatorin, deren Stimmlage nie die leiseste Emotion verrät, den nächsten Nadelstich an: Italien wolle die Gründung einer europäischen Populisten-Allianz. Was sagt Meuthen dazu? Zunächst weist er den Begriff Populisten-Allianz zurück, – sehr, sehr höflich. Aber eine Zusammenarbeit befürworte er. Hassel setzt nach: „Glauben Sie an eine Internationale der Nationalisten?“ Meuthen glaubt an eine Kooperation auf Augenhöhe, – was immer das heißt.

Prof. Meuthen, offenes blaues Hemd, eloquent, sachkundig („ich als Ökonom“), maßvoll, unaufgeregt, höflich, auch wenn er über seine innerparteilichen Konkurrenten spricht. Alle Eigenschaften, die man von einem AfD-Chef eher nicht erwartet, spielt Meuthen reichlich aus. Seine Stimme setzt er fast so gleichmütig ein, wie die Moderatorin. Kein Protest, wenn sie ihn unterbricht, kaum ein Zurückweisen provokanter Formulierungen, die Hassel reichlich zu bieten hat. Sogar als sie fragt, warum es ihm nicht gelinge, den rechten Flügel seiner Partei zu bändigen, entfährt ihm nur ein kurzes, tadelndes „Na“, weil das ja insinuieren würde, dass die AfD a) einen rechten Flügel habe und b) er diesen nicht in den Griff bekomme. Beides sei natürlich falsch.

„Und wo bleiben bei der AfD Aussagen zu Sachthemen wie Rente oder Pflegenotstand?“, fragt Hassel. Meuthen erklärt wortreich, dass man daran arbeite, aber man könne nicht in kurzer Zeit alles nachholen, was die Altparteien jahrelang verschleppt hätten. Das brauche Zeit.

Letzte Frage: Was ist mit dem Verein, der die AfD seit Jahren mit millionenschwerer Wahlkampfhilfe unterstützt und von dem sich die Partei jetzt trenne? Meuthen sagt, man trenne sich nicht, denn man sei nie zusammen gewesen. Also, fragt Hassel, haben die sich an die AfD rangewanzt? Ich jedenfalls, antwortet Meuthen höflich, hatte zu keiner Zeit Kontakt zu ihnen. Kein Widerspruch, keine Aufklärung. Ende der Sendung.

Hinter den Gesprächspartner, die auf roten Sesseln sitzen, fahren die ganze Zeit Touristenboote vorbei. Meuthen wirkt nach etwas anfänglicher Anspannung gelöst, wie es sich für ein Sommerinterview gehört. Tina Hassel hat souverän gefragt und immer wieder nachgehakt. Aber es ist ihr nicht gelungen, ihr Gegenüber von der Vorderbühne wegzulocken, um die Inszenierung zu durchbrechen.

 

Über unseren Autor:

Hans Oechsner war politischer Redakteur beim Bayerischen Fernsehen. 2012 begann er ein Zweitstudium an der Hochschule für Philosophie in München, wo er inzwischen an einer Promotion über medienethische Probleme von politischen Fernsehinterviews arbeitet.

Braucht es die Kirchen noch in der Kultur der Digitalität?

Kommunikation in der “Kultur der Digitalität” (Felix Stalder) fordert die institutionell verfassten Kirchen in Deutschland heraus. Gemeinsam mit dem Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) veranstaltete die Evangelische Akademie Loccum deswegen vom 22. bis 24. Juni 2018 eine Fachkonferenz zur digitalen Kommunikation als kirchliche Herausforderung. Mit einer hochkarätigen Mischung aus kirchlichen Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen, Blogger*innen und Kirchenleitenden bot die Konferenz einen umfassenden Einblick in das Themenfeld und die kontroverse Diskussion auf dem Weg zu einer digitalen Kirche. Denn dass es die Kirchen in ihrer diakonischen, seelsorgerischen und ethischen Funktion auch digital braucht, daran hatten die Teilnehmer*innen keinen Zweifel.

“Wir müssen hin zu diesen fremden Orten” ermutigen “Die Kirchenbotschafter” der Nordkirche eine eher digitalskeptische evangelische Kirche.

Deutlich wurde in der Diskussion, dass die Digitalisierung nicht zuvorderst eine technische Frage, sondern eine Frage des kulturellen Wandels darstellt. Die durch Digitalisierung „wie durch einen großen Scheinwerfer“ (Michael Brinkmann) sichtbar werdenden Defizite und einhergehende Krisenstimmung könnten eine Chance für eine grundsätzliche Selbstfindung sein, die eine Erneuerung über die technische Infrastruktur hinaus befruchten könnte.

Loccumer Studienleiterin Julia Koll im Gespräch mit EKD-Kommunikationschef Michael Brinkmann, Regionalbischöfin Petra Bahr, Netzjournalist Ingo Dachwitz und Jonas Bedford-Strohm (Foto: Karsten Kopjar)

Dabei sei entscheidend, so Prof. Dr. Alexander Filipovic, dass man sich nicht naiv „vor den Karren der Bedenkenträger“ spannen lasse, sondern in der gegenwärtigen Praxis neugierig nach „noch nicht ganz verwirklichten normativen Potenzialen“ zu suchen und dann tatkräftig dabei mitzuhelfen, diese Potenziale wirklich werden zu lassen. Dabei können diese normativen Potenziale als kritisches Ideal auch dann eingebracht werden, wenn die vollständige Verwirklichung unmöglich oder auf kurze Sicht unrealistisch sei. Eine solche kritisch-konstruktive Zeitgenossenschaft sei der Modus, in dem sich kirchliche Akteure mit hilfreichen, orientierenden Beiträgen im gesellschaftlichen Diskurs zu digitalethischen Fragen einbringen und praktisch Digitalpraxis vorleben könne, so Filipovic.

Prof. Dr. Filipovic über die Kirchen und das “Salz der Digitalität” (Foto: Evangelische Akademie Loccum)

Dr. Kristin Merle (Tübingen) eröffnete die Tagung mit dem Hinweis, dass Mediengestaltung immer als soziale Aushandlungsprozesse zu begreifen seien. Dass dieser Aushandlungs- und Gestaltungsprozess in regem Gange ist, zeigt die Auswertung des Hashtags #DigitaleKirche von aserto im Auftrag der EKD. Das Engagement der Beteiligten und die Reichweite der Diskussionen wurde durch die Tagung in Loccum vervielfacht und stark intensiviert:

Weitere Perspektiven auf die Tagung und die Themen finden Sie von Christoph Breit im Blog KircheDigital, von Markus Bechthold auf dem Portal evangelisch.de, Philipp Greifenstein im Online-Magazin Die Eule, von Ralph-Peter Reimann im Blog TheoNet, sowie unter den Hashtags #DigitaleKirche und #Loccum auf Twitter.

 

Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau Volker Jung, Professorin für Christliche Publizistik Johanna Haberer und Kommunikationschef der Landeskirche Hannovers Motoki Tonn stellen sich den Fragen von Jonas Bedford-Strohm

In eigener zem::dg-Sache: Ein herzliches Dankeschön an die Kooperationspartner der Evangelischen Akademie Loccum!

 

Wie verändern digitale Medien die politische Partizipation?

Interdisziplinäre Perspektiven aus Wirtschaft, Medien, Politik und Wissenschaft beim Fachdialog in Berlin

An der Humboldt-Universität zu Berlin trafen sich am 15. und 16. Juni 2018 Politikwissenschaftler*Innen und Ethiker*Innen aus der Wissenschaft mit Vertreter*Innen aus der Praxis in Politik, Kirche und Wirtschaft, um die Frage politische Partizipation in digitalen Öffentlichkeiten zu diskutieren. Veranstaltet wurde das Fachgespräch vom Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) gemeinsam mit dem Berlin Institute for Public Theology. Zentrums-Co-Direktor Prof. Dr. Alexander Filipovic diskutierte mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Petra Sitte (Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda) und Stephan Dörner (Chefredakteur des Digitalmagazins t3n.de) über die digitale Transformation des Wahlkampfs in Deutschland. Unser Mitarbeiter Jonas Bedford-Strohm moderierte zudem ein Gespräch mit Medienakteuren aus Tech-Wirtschaft, Radio und dem freien Agenturbereich über die digitalen Transformationsprozessen im Medienkontext.

MdB Petra Sitte berichtete in einem Impuls zunächst über die neuen Partizipationsmöglichkeiten, die die sozialen Medien einer Parteiarbeit bieten. DIE LINKE nutzt Plattformen wie Facebook, Youtube und Instagram intensiv. Frau Dr. Sitte betonte dabei, dass „negative campaigning“ im Digitalen für Sie nicht in Frage kommt. Aus dem Publikum kam die Erwiderung, dass einige zentralen Akteure aus Sittes Partei durchaus zu herabsetzenden Negativstrategien in den sozialen Medien greifen. MdB Sitte gestand ein, dass trotz aller Versuche, eine gemeinsame Strategie zu finden, die nicht die populistischen Tendenzen der interaktionsbasierten Social-Media-Algorithmen ausnutzt, eine vielfältige Partei immer auch vielfältige Kommunikationsansätze haben wird. Sie wies auch darauf hin, dass sie persönlich merkt, wie sie an manche Wählergruppen digital nicht herankommt. Besonders die sich im Populismus entladende Energie habe sie ganz analog am Wählerstand in der Fußgängerzone in Halle immer wieder schon zu spüren bekommen. Sie fahre deswegen ganz bewusst in manche Wahlkreisteile, um dort physisch präsent zu sein und nicht die leibliche Aufmerksamkeit durch reine Digitalarbeit zu ersetzen. Ein sinnvoller Wahlkampf, der echte Menschen erreicht, habe deswegen immer digitale und analoge Komponenten, die sinnvoll aufeinander zu beziehen seien.

Stephan Dörner brachte die Frage der erfolgreichen Präsenz populistischer Gruppen in sozialen Medien ins Spiel – besonders die AfD ist auf Facebook im Vergleich zu den Wahlergebnissen überdurchschnittlich erfolgreich. Liege der Erfolg der rechtspopulistischen Apokalypsen nicht auch daran, dass die liberal-demokratischen Kräfte keine attraktiven Zukunftsvisionen mehr kommunizieren könnten?

Alexander Filipovic wies darauf hin, dass nicht nur Gruppen wie die AfD den gegenwärtigen Trend digital zu nutzen wüssten, sondern auch etablierte Parteifunktionäre wie Jens Spahn mit seiner anti-elitären Rhetorik in den Werkzeugkasten der Populisten greife. So lassen sich Rückkopplungseffekte von Praktiken in den sozialen Medien auf andere Medienformen und die Veränderung des Diskurs-Klimas beobachten. Das Frustrierende daran sei aus medienethischer Perspektive nicht nur, dass digitale Plattformen wie Facebook durch ihre Algorithmen-Gestaltung populistische Tendenzen verstärken könnten und politische Akteure diese Tendenzen nutzen würden, sondern auch, dass diese manipulativen Kulturtechniken tatsächlich funktionierten. Insofern sei neben der Produzenten- und Plattformperspektive auch eine Rezipienten- und Nutzerethik zu entwickeln.

Trotz aller Probleme eines idealistisch-rationalistischen Vernunftmodells, plädierte Prof. Filipovic dafür, an dem orientierenden Ideal eines faktenorientierten Qualitätsjournalismus beizubehalten, auch wenn es in seiner Unerreichbarkeit stets nur ein regulatives Ideal und keine perfekte Wirklichkeit sein könne. Trotzdem gebe es so viel guten Qualitätsjournalismus wie noch nie zuvor – selbst wenn er aufgrund des Inhalte-Zuwachses womöglich im Durchschnitt weniger sichtbar sei. Insofern sei weder eine apokalyptisch sprechende, kulturpessimistische Perspektive, noch ein naiv-idealistisch, appellatives Lamentieren ausreichend. Eine handlungsorientierte Perspektive, die in der praktischen Wirklichkeit normative Potenziale identifiziert und ethische Orientierungen für deren Stärkung entwickelt, sei medienethisch die fruchtbarste.

Das Abendpanel am Freitag gab Medienschaffenden die Gelegenheit, ihre Erfahrungen aus der Praxis einzubringen und anhand konkreter Fragen aus dem Alltag die gegenwärtigen Transformationsprozesse im digitalen Bereich zu thematisieren. Zunächst gab Malte Kosub, Gründer der Entwicklungsagentur Future of Voice, einen Einblick in seine tägliche Arbeit im Innovationsfeld der Sprachassistenten. Er zeigte auf, wie sich der Anpassungsdruck derzeit umdreht: Nicht mehr Menschen müssen lernen, in der Sprache der Computer zu kommunizieren, sondern Computer sollen intuitivere Kommunikationskompetenz antrainiert bekommen. In dieser Perspektive stellt Künstliche Intelligenz nicht einen Verstärker für technisierte Kommunikation dar, sondern eine Humanisierung der Nutzeroberflächen technischer Systeme. Neben den umfangreichen Chancen für interaktive mediale Kommunikation durch Sprachassistenten, wies Kosub allerdings auch darauf hin, dass durch die Metasysteme Alexa, Google Assistant und Co. natürlich neue Gatekeeper zwischen Nutzer und Medienprodukt träten.

 

Die Fragen also, wie zum Beispiel Rankings erstellt werden und welche Antworten und Produkte vom Assistenten bevorzugt werden, stelle eine schwer lösbare Aufgabe für die Plattformanbieter dar. Da diese aber viele Drittanbieter auf ihre Plattform locken möchten, hätten sie ein ureigenes Interesse daran, so neutral und transparent wie möglich zu arbeiten.

Lisa Zauner, Digitalchefin des Radiosenders 1LIVE vom WDR, sprach darüber, wie ein öffentlich-rechtliches Digitalprodukt zum Erfolg gebracht werden kann. Entscheidend ist für sie die Kultur, die das Team dafür ausbildet. Als Digitaleinheit einer Radiowelle in einer großen Landesrundfunkanstalt wie dem WDR fänden sich immer wieder Nischen, in denen kreatives Arbeiten möglich wird, obwohl das Umfeld in einem öffentlich-rechtlichen Ökosystem oft sehr komplex ist. Für Zauner ist wichtig, wie der Kontakt zu den Nutzerinnen und Nutzern gestaltet ist, denn Transparenz und Vertrauen könne ein besonderes Merkmal der öffentlich-rechtlichen Interpretation der Medienarbeit sein. Durch die vielfältigen Möglichkeiten digitaler Technologie könne Radio nun zu einem multimedialen Unterfangen werden und eine interaktivere Gestaltung mit verschiedenen Plattformen und Format umgesetzt werden. Insofern biete sich die Chance auf eine menschenzentrierte Entwicklung, unter anderem dadurch, dass sich mit digitalen Analyse-Werkzeugen ein genauer Blick auf die Bedürfnisse der Hörerinnen und Hörer werfen lässt. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch jenseits einer plumpen Quotenorientierung auf die breite Unterstützung der Bevölkerung angewiesen ist. Wenn sich die Mediennutzung der Beitragszahler verändert, verändert sich entsprechend die Erwartungserhaltung. Und insofern kann auch ein werbeunabhängig finanzierter öffentlich-rechtlicher Rundfunk nicht an der Medienpraxis der Menschen vorbei arbeiten, wenn er nicht schleichend an Legitimität und „public value“ verlieren möchte.

Florian Stickel, Chefredakteur von Microsoft News und Portalleiter für MSN in Deutschland, brachte die Perspektive eines Journalisten in einem Technologie-Unternehmen ein. Dabei wurde deutlich, dass auch in einem privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen die kommunikative Arbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen und Division eine Herausforderung und permanente Aufgabe ist. Relevant wird diese Arbeit nicht nur bei der Einschätzung verschiedenener Monetarisierungsmodelle, sondern auch in dem Bewusstsein der presserechtlichen bzw. journalistischen Einordnung verschiedener Ansätze in der Content-Distribution. Auch wenn Stickel einräumte, dass eine totale Objektivität ein nie zu erreichendes Ideal ist, betonte er das Bemühen in der Partnerauswahl für die Medieninhalte auf MSN ein breites Spektrum an Interessen und Perspektiven abzudecken. Als neuartige Herausforderung präsentierte Stickel verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz. Dabei stellte Stickel klar, dass es sich dabei nach wie vor um Mustererkennung und Assistenzsysteme für die menschlichen Redakteure handelt. Künstlich intelligente Analysesysteme helfen den Redakteuren bei MSN heute schon dabei, Themen zu erkennen, Trends zu analysieren und Inhalte für die Nutzerinteraktion zu optimieren. Aus dieser Perspektive wurde deutlich, dass die Monetarisierung von journalistischen Inhalten jenseits des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von zentraler Bedeutung ist und die inhaltliche Gestaltung prägt. Allerdings wird ebenfalls deutlich, dass ein Unternehmen wie Microsoft selbst an verantwortlichen Praktiken interessiert ist und den Dialog im Bereich der Algorithmenethik begrüßt und selbst fordert. Denn auch für ein privatwirtschaftlich organisiertes Medienunternehmen bleibt das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer – besonders dann, wenn die eigene Plattform die Hauptnachrichtenquelle für sie ist – von entscheidender Bedeutung für den mittel- bis langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

Leitungsteam: Jonas Bedford-Strohm M.A. (Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft in München) Dr. Florian Höhne (Berlin Institute for Public Theology) Dipl.-Theol. Julian Zeyher-Quattlender (Universität Tübingen und Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg)

Den Veranstaltungsflyer können Sie hier downloaden.

Arbeiten nach Zahlen

Alexander Filipović & Jonas Bedford-Strohm äußern sich zum Thema "Algorithmen" in einem Projekt der Katholischen Journalistenschule

Startseite des Projekts "Arbeiten nach Zahlen"

Sie bestimmen unseren (digitalen) Alltag – und werden dabei kaum wahrgenommen: Algorithmen sind der unsichtbare Chef, der uns per Navigationssystem auf dem kürzesten Weg zur Arbeit lotst, der uns eine gefällige Musikauswahl zusammenstellt und bestimmt, ob die Personaler unsere Bewerbung überhaupt erst zu Gesicht bekommen. Eine großartige Arbeitserleichterung oder computergesteuerte Fremdbestimmung?

Der Volontärsjahrgang 2016/2 der katholischen Journalistenschule ifp in München hat sich eine Woche lang mit dem Thema „Algorithmen“ beschäftigt. Für die Frage danach, wie das Thema aus medienethischer Perspektive zu bewerten ist, haben sich die Autorinnen und Autoren an das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) gewandt.

Alexander Filipović im Beitrag: Der Code, dein bedenkenloser Chef

Im Beitrag „Der Code, dein bedenkenloser Chef“ von Felicia Schuld und Sebastian Kirschner betont der Leiter des zem::dg, dass – wenn Maschinen de Menschen bewerten – Programmierer und Unternehmer sich bereits frühzeitig mit den Fragen von Ethik und Moral beschäftigen müssen. Denn: Nur so können sie beim Programmieren ein ethisches Bewusstsein entwickeln.

Den vollständigen Beitrag können Sie unter diesem Link nachlesen:

Jonas Bedford-Strohm im Beitrag: Algorithmus statt Journalismus

Um Roboter-Journalismus und die Frage, wie Algorithmen Journalismus verändern, geht es im Beitrag „Algorithmus statt Journalismus“ von Roland Müller und Christoph Koitka. Jonas Bedford-Strohm, assoziierter Mitarbeiter des zem::dg, schildert darin, wie Innovation im Journalismus funktioniert. Sein Statement hierzu: „Innovation ist zehn Prozent Kreativleistung und 90 Prozent Drecksarbeit!“

Den vollständigen Beitrag können Sie unter diesem Link nachlesen:

Politische Partizipation in Digitalen Öffentlichkeiten

Fachkonferenz mit Theorie-Praxis-Dialog

Im Zuge der viel diskutierten „Digitalisierung“ verändert sich die Formation von politischen Öffentlichkeiten. Die Debatten um Filterblasen lassen die gesellschaftliche Verunsicherung dabei sichtbar werden: Die Kultur und Technik der Digitalität wird mit der Entstehung und Beförderung von Populismus genauso in Verbindung gebracht wie mit der heftigen Kritik an den als integrativ angesehenen Medien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der großen Zeitungsverlage. Wie ist und wird Beteiligung an demokratischer Meinungsbildung und Entscheidungsfindung unter diesen veränderten Bedingungen möglich?

Diskutieren Sie den digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit anhand von vier Fallstudien bei unserem Fachgesprch an der Humboldt-Universität zu Berlin: Wahlkampf in Deutschland, digitale Transformation von Medienhäusern, der Evangelische Kirchentag und politische Partizipation in der arabischen Welt.

Die Tagung wird vom Berlin Institute for Public Theology gestaltet und findet in Kooperation mit dem Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gestaltung statt. Sie wird von der Hanns Martin Schleyer-Stiftung/Heinz Nixdorf Stiftung gefördert.

Die Veranstaltung findet statt mit:

Mit MdB Dr. Petra Sitte (Digital-Ausschuss Deutscher Bundestag), Stephan Dörner (Chefredakteur t3n Magazin), Florian Stickel (Chefredakteur Microsoft DE), Lisa Zauner (Head of Digital 1LIVE), Ingo Dachwitz (netzpolitik.org), Malte Kosub (Geschäftsführer Future of Voice) und Dr. Stefanie Rentsch (Deutscher Evangelischer Kirchentag).

Mit Prof. Dr. Gary Schaal (Hamburg), Prof. Dr. Sigrid Baringhorst (Siegen), Prof. Dr. Torsten Meireis (Berlin Institute for Public Theology), Prof. Dr. Alexander Filipovic (Zentrum für Ethik der Medien und der Digitalen Gesellschaft – zem::dg), Prof. Dr. Ilona Nord (Würzburg), Dr. Asiem El-Difraoui (Berlin) und Univ.-Prof. DDr. Christina Schachtner (Klagenfurt).

Herzliche Einladung!

Organisatorische Hinweise

Wann? 15. und 16. Juni 2018

Wo? Humboldt-Universität zu Berlin, Theologische Fakultät, Berlin Institute for Public Theology, 10099 Berlin

Anmeldung: Bitte per Mail unter bettina.schoen@hu-berlin.de

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei

 

Weitere Infos entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungsflyer.