Wenn Algorithmen diskriminieren

Publikation zum Fachgespräch „Diskriminierungsrisiken durch Verwendung von Algorithmen“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erschienen

Algorithmen können diskriminieren. Dieser Aspekt ist bekannt – müsse jedoch zukünftig – so Bernhard Franke, der kommissarische Leider der Antidiskriminierungsstelle des Bundes noch stärker in den Blick genommen werden. Ein wichtiger Grund, weshalb die Antidiskriminierungsstelle sich zunehmend in die Debatte zu den gesellschaftlichen Herausforderungen durch Big Data und KI einbringen möchte.

Ein erster Aufschlag hierzu war das Fachgespräch „Diskriminierungsrisiken durch Verwendung von Algorithmen“, das am 16. September 2019 in Berlin stattgefunden hat und an dem auch das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft beteiligt war. „Es ist wichtig, gerade die ethische Perspektive hinsichtlich Daten – und Algorithmenbasierter Analysemethoden miteinzubringen“, erklärt Cindy-Ricarda Roberts, die für das zem::dg an der Veranstaltung teilgenommen hat.

Dass algorithmische Diskriminierungen keine fiktiven Schreckgespenster sind, sondern bereits jetzt nahezu jedem im Alltag begegnen können, macht die Studie „Diskriminierungsrisiken durch Verwendung von Algorithmen“, die am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie entstanden ist, deutlich. Sie war Ausgangspunkt für die anschließenden Gespräche und Diskussionen im Rahmen des Fachgesprächs. Die Studie analysiert eine Reihe von Einsatzszenarien von Algorithmen, etwa zur Einschätzung des Kreditausfall- oder Mitausfallrisikos oder zur Leistungsfähigkeit von Bewerberinnen und Bewerbern und kommt zum Schluss, dass bereits heute in nahezu allen Lebensbereichen Diskriminierungsrisiken durch Algorithmen bestehen. Doch wie sollte man mit dieser Feststellung umgehen und welche Gegenmaßnahmen können ergriffen werden? Ausgehend von den Vorschlägen, die im Rahmen der Studie vorgestellt wurden, dominierten diese Fragestellungen die anschließende Diskussion der Teilnehmenden.

„Es war spannend diverse Einblicke in verschiedenen Perspektiven, die mit KI in Verbindung stehen, zu erhalten. Dabei fokussierte sich das Fachgespräch insgesamt auf die Möglichkeiten sowie den Herausforderungen durch Daten- und algorithmenbasierter Analysemethoden. Dabei waren sich zwar nicht immer alle einig, allerdings entstand gerade hierdurch ein intensiver und produktiver Austausch, der am Ende zu guten Ergebnissen führte“, fasst Cindy-Ricarda Roberts die wichtigsten Impulse der Diskussion zusammen. Ihr ist es wichtig, dass klar wird, dass sich mit algorithmenbasierten Analyse- und Entscheidungssystemen Diskriminierung eigentlich nicht vermeiden lässt und sich somit unmittelbar die Frage nach „Was ist legitime Diskriminierung?“ stellt. Diese Frage könne wiederum nur durch einen öffentlichen Austausch beantwortet werden, der derzeit leider noch nicht tiefgreifend genug stattfinde.

Die Ergebnisse des Fachgesprächs sind ein erster wichtiger Schritt in Richtung ethische und vertrauenswürdige KI (Daten- und algorithmenbasierter Analysemethoden). Es wurde viel Handlungsbedarf ausgemacht. Hier gilt es nun konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Vermeidung illegitimer Diskriminierung weiter auszuloten um die positiven Einsatzmöglichkeiten von KI stärken zu können.

Genau hierin sieht Cindy-Ricarda Roberts auch den zentralen Gewinn des Fachgesprächs: „Die technischen Möglichkeiten zur Erkennung und Vermeidung von Diskriminierung und ähnliche Ansätze anzuregen, das stellt in meinen Augen ein wesentliches zukunftsträchtiges Vorhaben und Ergebnis des Fachgesprächs dar. Schließlich wird der Zweck solcher Systeme von Menschen und Unternehmen oder Staaten vorgegeben und die Systeme handeln danach.“

Dass das Thema „Diskriminierungsrisiken durch Algorithmen“ zunehmend auch in der Politik an Bedeutung gewinnt, erscheint aus medienethischer Perspektive als zentraler Schritt hin zu einer ethisch-verantwortungsvoll gestalteten digitalen Gesellschaft. Neben den konkreten Ergebnissen, die zentrale und wichtige Impulse für die praktische politische Arbeit geben, erscheint jedoch auch die Möglichkeit des Austauschs der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander als ein wichtiger Gewinn der Veranstaltung: Fächerübergreifend miteinander sprechen und unterschiedliche Perspektiven miteinander austauschen befruchtet den Diskurs, stärkt das gegenseitige Verständnis und überwindet sowohl naive Technikgläubigkeit als auch übertriebene Zukunftsangst.

Zentrale Ergebnisse des Fachgesprächs wurden in einer Publikation zur Veranstaltung veröffentlicht, die kostenfrei online als PDF abrufbar ist.

Cindy-Ricarda Roberts ist assoziierte Mitarbeiterin am zem::dg und war für uns beim Fachgespräch dabei.

Download-Tipp:

Die Dokumentation zum Fachgespräch ist kostenfrei über die Internetseite der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erhältlich:

Bildnachweis: Alle Fotos auf dieser Seite: Cindy-Ricarda Roberts/zem::dg

Veranstaltungstipp: #anstanddigital

Wie gehen wir online miteinander um? Hatespeech aber auch mangelnder Respekt und Gleichgültigkeit sind in der digitalen Kommunikation heute keine Seltenheit. Doch warum ist das so? Die Katholische Akademie in Berlin geht dieser Frage bei der Veranstaltung #anstanddigital nach und versucht hierbei zu ergründen, welche Haltung und welche Umgangsformen das Netz heute braucht.

Alle Informationen auf einen Blick:

Wann?  Dienstag, 10.12.2019 | Beginn 18.45 Uhr

Wo? FUTURIUM, Alexanderufer 2, 10117 Berlin

 

Die Veranstaltung eröffnet eine fällige Diskussion darüber, wie wir uns im Internet begegnen. Während über eine Verschärfung von Recht und Kontrolle nachgedacht werden muss, fragen wir nach der mindestens ebenso notwendigen Veränderung von Haltung und Umgangsformen. Denn es geht immer auch um die Verantwortung aller, denen an der Freiheit des Netzes gelegen ist.

Nach der Begrüßung durch die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters MdB, diskutieren, intervenieren, skizzieren und kommentieren

  • Dr. Svenja Flaßpöhler (Chefredakteurin des “Philosophie Magazin”)
  • Dr. Enrico Brissa (langjähriger Protokollchef und Autor des Buches”Auf dem Parkett. Kleines Handbuch des weltläufigen Benehmens”)
  • Christian Gürtler (Promovend zu Medien-Ethik-Religion)
  • Julian Kücklich (graphic recording)
  • Prof. Dr. Konstanze Marx (Sprachwissenschaftlerin)
  • Marvin Neumann (Redakteur und Video-Producer bei objektiv media; Youtube-Kanal “MinderestingPictures”)
  • Dr. Matthias Politycki (Schriftsteller, Essayist, Dichter und Koautor von: Haltung finden)
  • Jana Simon (Journalistin und Autorin des Buches “Unter Druck. Wie Deutschland sich verändert”)
  • Marie-Teresa Weber (Public Policy Manager facebook)

Medien und Wahrheit – Einladung zur Jahrestagung des Netzwerks Medienethik 2020

Die “Fake News” stehen seit längerem im Zentrum medienkritischer Debatten. Das Netzwerk Medienethik geht bei seiner Jahrestagung im Februar 2020 dem Problem der Wahrheit auf den Grund. Die Herausforderungen von “Künstliche Intelligenz”, Daten und Algorithmen stehen dabei im Zentrum. – Im Programm: Spannende und bekannte Rednerinnen und Redner sowie Paper aus aktueller Wissenschaft. Herzliche Einladung!

Der Informationsaustausch ist im Netz dichter und vielfältiger geworden. Gerüchte und Stammtischparolen können je nach Plattformlogik direkt neben journalistischer Berichterstattung erscheinen. Nicht immer ist nachvollziehbar, von wem welche Inhalte im netzöffentlichen Raum stammen und welche Absichten durch das Publizieren verfolgt werden.

 

Die Demokratisierung der Öffentlichkeit gelingt durchaus, etwa durch eine gestiegene Vielfalt an Publikationen, einem breiteren Meinungsspektrum und einer breiteren Beteiligung am öffentlichen Diskurs. Der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit zeigt aber auch damit verbundene ethische Problemlagen – “Fake News” und “Deep Fakes” sind dabei Probleme unter anderen.

Infos zur Veranstaltung:

  • Termin:
    Mi 19. – Fr 21. Februar 2020
  • Ort: München, Hochschule für Philosophie, Kaulbachstr. 31, 80539 München (U-Bahn „Universität“)
  • Anmeldeschluss:
    10. Februar 2020.

Wahrheit und Sorgfalt

Die Tagung wird anhand verschiedener Themenkomplexen und Fallbeispiele die erkenntnistheoretische Frage nach Wahrheit stellen, die medienethischen Forderung nach Wahrheit und Sorgfalt im Journalismus reflektieren, aber auch Unterhaltungsformen und Social-Media-Veröffentlichungen nicht-journalistischer Akteure mit Blick auf die Wahrheitsnorm analysieren.

Am Vorabend der Jahrestagung (Mittwochabend) findet in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften eine Vortrags-Veranstaltung in Kooperation mit der Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Faktizität der Welt“ der Akademie statt.

Das Netzwerk Medienethik, seit über 20 Jahren der Treffpunkt der Kommunikations- und Medienethik in Wissenschaft und Praxis, behandelt die Wahrheitsnorm der Medien auf seiner Jahrestagung 2020.

Das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) tritt dem Wertebündnis Bayern bei

Das
Zentrum für Ethik der Medien und der
digitalen Gesellschaft (zem::dg)
ist seit dem 12.11.2019 Teil des Wertebündnis Bayern. Gemeinsam stark für
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
. Das Bündnis mit Sitz in München umfasst
rund 180 Organisationen und widmet sich der Wertebildung bei Kindern, Jugendlichen
und jungen Erwachsenen. Im März 2010 wurde es durch den bayerischen
Ministerpräsidenten ins Leben gerufen.

Werte
bilden die Grundlage für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Vor allem im
digitalen Raum werden begründete Wertehaltungen und fundiertes Wertebewusstsein
immer bedeutsamer. Besonders Kinder und Jugendliche gilt es, für einen
wertekompetenten Umgang mit Smartphone und Co. zu sensibilisieren.

Überreichung der Mitgliedsurkunde zum Beitritt ins Wertebündnis bei der Wertebündnissitzung am 12.11.2019 im Museumspädagogischen Zentrum München.
Foto: Kathrin Demmler, JFF

Als Teil des Wertebündnis Bayern liefert das zem::dg in Zukunft wichtige Impulse für die Wertebildung bei Kindern und Jugendlichen. Bereits jetzt kann das Zentrum durch seine Forschungstätigkeiten, wie im gemeinsam mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig durchgeführten Projekt MeKriF – Flucht als Krise. Mediale Krisendarstellung, Medienumgang und Bewältigung durch Heranwachsende am Beispiel Flucht Erfahrungen und Erkenntnisse zur Fragen der ethischen Urteilsbildung in das Bündnis mit einbringen. Neben seinen Aktivitäten im Bereich der Forschung und Wissenschaft engagiert sich das zem::dg auch bei der praktischen Entwicklung von Wertebildungsprojekten wie der Initiative Werte machen Schule des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Durch seine Beteiligung im Wertebündnis kann das zem::dg den Austausch mit Praxispartnern_innen aus der Jugendarbeit und der Wertebildung intensivieren, um gemeinsam Projekte zur Förderung von Wertekompetenz zu entwickeln und zu unterstützen.

Das zem::dg ist eine Kooperationseinrichtung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Hochschule für Philosophie München. Seit seiner Gründung im Herbst 2016 setzt es sich in Forschung, öffentlicher Debatte und Bildung dafür ein, ethische Fragestellungen der Medien und der digitalen Technologien sichtbar zu machen.

Ethik, Recht & die Frage nach unternehmerischer Verantwortung in Zeiten der Digitalisierung

Rückblick auf die Abendveranstaltung „Medien: Ohne Daten kein Gewinn?“ mit Prof. Dr. Dirk Heckmann

„Weshalb sollten sich Unternehmen an ethische Leitlinien halten, wenn digitale Plattformen bereits bestehende Rechtsvorschriften nicht beachten?“, mit dieser provokanten Frage eröffnete Prof. Dr. Dirk Heckmann von der Technischen Universität München auf unserer Abendveranstaltung „Medien: Ohne Daten kein Gewinn?“ die Diskussion. Rund um die Frage „Corporate Digital Responsibility“ (CDR) wurden an dem Abend gemeinsam mit rund dreißig geladenen Gästen das Verhältnis von Ethik und Recht ausgelotet, zentrale Werte- und Normvorstellungen überdacht sowie über Handlungsalternativen debattiert. Schlagworte wie „Vertrauen“ und „Verantwortung“ standen im Zentrum des regen Austauschs. Moderiert wurde der Abend von den beiden Leitern des zem::dg, Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen und Prof. Dr. Alexander Filipović.

Die Veranstaltung fand am 15. Oktober 2019 n den Räumen der Bibliothek der Hochschule für Philosophie München in Kooperation mit unserem Kooperationspartner dimension2 economics & philosophy consult GmbH statt.

Nachfolgende Bildergalerie soll die Impressionen des Abends vermitteln und bereits die Neugier auf unsere kommenden Veranstaltungen im Kontext der Reihe „Medienethik in der Bibliothek“ wecken.

Neuer Titel der Publikationsreihe zem::dg-papers beschäftigt sich mit dem Thema „Livestreaming nach Gewalttaten“

Mit dem Titel „Livestreaming nach Gewalttaten. Ethische Grenzen journalistischer Berichterstattung“ von Jeanne Jacobs erscheint mittlerweile bereits der dritte Band in der noch jungen Publikationsreihe „zem::dg-papers“.

Jeanne Jacobs beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Frage danach, inwieweit bestehende ethische Leitperspektiven für die Liveberichterstattung noch praktikabel sind. Um diese Frage zu untersuchen, hat sie sechs Journalistinnen und Journalisten interviewt, die mit dieser Form der Liveberichterstattung gearbeitet haben. Ihre Erfahrungen liefern neben der theoretischen Betrachtung ethischer Grundlagen journalistischer Liveberichterstattung Hinweise darauf, welche Herausforderungen Journalistinnen und Journalisten in Situationen nach Gewalttaten erwarten und wie sie diesen begegnen können.

In der Reihe „zem::dg-papers“ werden ausgezeichnete Abschlussarbeiten, Studien und Impulse aus dem Bereich der Medienethik veröffentlicht. Auf diese Weise erhalten Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler die Möglichkeit, ihre Forschungsarbeiten einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Reihe wird von Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Prof. Dr. Alexander Filipović von der Hochschule für Philosophie herausgegeben. Alle Bände stehen unter Open Access und können einfach über die Plattform KU.edoc heruntergeladen werden. Zusätzlich erscheinen die einzelnen Titel auch in einer geringen Auflage in Printform und können auf Nachfrage hin gegen eine geringe Gebühr über das zem::dg erworben werden.

Eine Veröffentlichung von (Abschluss-)Arbeiten in den zem::dg-papers ist für alle im Bereich der Medienethik Tätige möglich. Bei Interesse an einer Publikation in unserer Reihe nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf.

Feierliche Eröffnung des Bayerischen Kompetenznetzes „Medien – Ethik – Bildung“ in Erlangen

Medienethik ist heute eine Kompetenz, die jeder Mann und jede Frau braucht, um sich im Netz bewegen zu können.

Prof. Johanna Haberer,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg


Doch was bedeutet eigentlich medienethisch-verantwortliches Handeln im Netz? Und wie kann man eine breite Öffentlichkeit für medienethische Herausforderungen sensibilisieren?

Um diesen Fragestellungen nachzugehen, das bestehende Angebot an Bildungsangeboten zum Thema „Medienethik“ auszubauen, zu vernetzen und sichtbar zu machen, wurde das Bayerische Kompetenznetz „Medien – Ethik – Bildung“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen des Masterstudiengangs „Medien – Ethik – Religion“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurde das Kompetenznetz am 19. Juli 2019 feierlich eröffnet.

Eingerahmt wurde die Gründung des Kompetenznetzes von spannende Vorträgen zu verschiedenen medienethischen Fragestellungen. So referierte etwa Prof. Friedrich Kraft über journalistische Sprachethik und Prof. Dr. Thomas Zeilinger eröffnete bei seiner Antrittsvorlesung mit dem Titel „Die Medienethik und der Heilige Geist“ einen theologischen Blick auf den Fachbereich.


Das Kompetenznetz „Medien – Ethik – Bildung“ ist ein Zusammenschluss von Einrichtungen rund um das Thema „Medienethik“ und engagiert sich für Bildungsangebote zu den medienethischen Herausforderungen einer digitalen Welt. Die beteiligten Expertinnen und Experten stammen aus unterschiedlichen Bereichen und bringen so vielfältige Perspektiven etwa aus der Philosophie oder Theologie, aus den Kommunikations- und Medienwissenschaften sowie aus der Medienpädagogik mit ein.

Im Rahmen des Kompetenznetzes wurden bereits drei Online-Kurse zu medienethischen Fragestellungen erstellt, weitere sind in Planung.

Weitere Informationen rund um das bereits bestehende Kursangebot und das Kompetenznetz finden Sie auf dessen Internetseite.

Medienethik für alle

Über die neu eröffnete Online-Plattform OPEN vhb ist der Online-Kurs „Medienethik. Themen & Diskurse“ ab sofort frei zugänglich

Teaser-Video zum OPEN vhb-Kurs “Medienethik. Themen & Diskurse”

In was für einer Medien-Gesellschaft möchten wir leben? Medienethische Fragestellungen gehen alle an – und so ist es nur konsequent, dass über die neu eröffnete Plattform OPEN vhb – einem offenen Online-Kursangebot der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) – ein Online-Kurs zum Thema angeboten wird. Der Kurs möchte eine breite Allgemeinheit einerseits für die Bedeutung von medienethischen Herausforderungen sensibilisieren und andererseits zu einem bewussten und verantwortungsvollen Medienumgang motivieren. Hinter dem Kurs stehen die Mitglieder des neu gegründeten Bayerischen Kompetenznetzes „Medien – Ethik – Bildung“, einer Kooperation des Zentrums für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen und Prof. Dr. Alexander Filipović), sowie der Christlichen Publizistik (Prof. Johanna Haberer und Prof. Dr. Thomas Zeilinger), der Medienethik (Prof. Dr. Christian Schicha) und der Medienpädagogik (Prof. Dr. Rudolf Kammerl) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.  

Ausgangspunkt für den neu entwickelten Kurs ist der CLASSIC vhb-Kurs „Medienethik. Themen & Diskurse. Ein interaktiver Grundkurs“, der bereits seit zwei Jahren erfolgreich von Studierenden der bayerischen Hochschulen genutzt wird. Durch die OPEN vhb-Plattform gibt es nun die Möglichkeit, entsprechende Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hierzu wurde der Kurs überarbeitet und mit zusätzlichen multimedialen und interaktiven Elementen angereichert um den Bedürfnissen der heterogenen Zielgruppe gerecht werden zu können.

Neben dem Medienethik-Online-Kurs werden auf der OPEN vhb-Plattform weitere Kurse aus unterschiedlichen Disziplinen auf Hochschulniveau angeboten. Ziel der OPEN vhb ist es, so steht es in der Pressemitteilung zur Eröffnung der Plattform, Bildungswerte zu schaffen, das lebenslange Lernen in der Gesellschaft zu fördern und dafür verlässliche Informationen zu bieten. Auch Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, Präsident der Virtuellen Hochschule Bayern und Präsident der Universität Bamberg betont die Bedeutung eines offenen Bildungsangebots: 

„Es gibt viele Gründe und Motive für lebenslanges Lernen aus eigenem Antrieb. Sei es der eigene Wunsch nach mehr Wissen zu politischen und gesellschaftlichen Themen, nach fachspezifischem Wissen, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben oder einfach die Freude am Lernen: Wissen ist die entscheidende Kompetenz in einer Wissensgesellschaft. Entsprechend eröffnen wir Chancen – davon sind wir überzeugt“.

Die OPEN vhb wurde im Rahmen des Masterplan „Bayern Digital II“ wurde von der bayerischen Staatsregierung auf den Weg gebracht und am 9. Juli 2019 von Staatsminister Bernd Sibler feierlich in München eröffnet. Die 31 Trägerhochschulen der Verbundeinrichtung vhb, darunter die neun staatlichen Universitäten und 17 Hochschulen für angewandte Wissenschaften, kooperieren seit fast 20 Jahren und bieten hochschulübergreifend Online-Lehre für das reguläre Studium in Bayern an. Mit der OPEN vhb wird dieses Modell nun um offene und kostenfreie Angebote erweitert.

Teaser-Video der OPEN vhb-Plattform

Foto (von links nach rechts): Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, Präsident der Virtuellen Hochschule Bayern und Präsident der Universität Bamberg Bayern, Bernd Sibler MdL, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Steffi Widera, Geschäftsführerin vhb, Prof. Dr. Robert Grebner, Vizepräsident der vhb und Präsident der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Wirsing, Vizepräsident der Ludwig-Maximilans-Universität München

Linktipps

Veranstaltungstipp: Tagung „Flucht, Migration und Integration in den Medien“ am 11. Bis 13. Juli 2019

Am 11. bis 13. Juli 2019 findet im  Haus der Universität Düsseldorf die interdisziplinäre Tagung des Forschungsprojektes „Flucht als Krise. Mediale Krisendarstellung, Medienumgang und Bewältigung durch Heranwachsende am Beispiel Flucht“, das das zem::dg aus medienethischer Perspektive heraus begleitet, statt.

Auf der Veranstaltung werden Forschungsergebnisse zum Themenfeld „Flucht, Migration und Integration in den Medien präsentiert und diskutiert, Einblicke in die Praxis gegeben sowie gesellschaftspolitische Konsequenzen aktueller Forschungsergebnisse in Runden Tischen diskutiert.

Nähere Informationen zum Tagungsprogramm sowie Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf der offiziellen Internetseite des Forschungsprojektes.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Veranstaltungsort:
Haus der Universität Düsseldorf
Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf

Rahmendaten:

  • 11. Juli 2019: Get together (ab 18:30 Uhr)
  • 12. Juli 2019: Tagungstag (inkl. gemeinsamem Abendessen)
  • 13. Juli 2019: Tagungstag (Ende voraussichtlich gegen 14 Uhr)

Lesetipp: „Unsere Kirche braucht mehr Start-up-Kultur“

Unser Fellow Jonas Bedford-Strohm im ZEIT-Interview mit seinem Vater Heinrich Bedford-Strohm.

Das Video „Die Zerstörung der CDU“ des You-Tubers Rezo
verzeichnet mittlerweile über 14 Millionen Aufrufe. Es zeigt: Mit digitalen
Medien können auch ernsthafte Themen angesprochen werden. Sie können die
öffentliche Debatte bereichern. Doch wie kann das funktionieren? Und kann das
Video vielleicht auch ein Vorbild und Impulsgeber für große Institutionen wie
die Kirchen sein?

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat
das Phänomen „Rezo“ aufgegriffen um gemeinsam mit unserem Fellow Jonas
Bedford-Strohm und seinem Vater, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche
Heinrich Bedford-Strohm, darüber zu sprechen, was deutsche Pfarrerinnen und
Pfarrer von dem Pfarrerssohn Rezo lernen können, um ihre Themen einer weiten
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei werden auch die Schattenseiten des
Netzes nicht ausgeblendet und zentrale ethische Fragestellungen wie etwa von
Social Media & Co. diskutiert. 

Das vollständige Interview, geführt von Sebastian Kempkens, können Sie auf der Internetseite der Zeitung „Die Zeit“ über diesen Link aufrufen. Zudem erschien es in gedruckter Form in der Ausgabe vom 6. Juni 2019 (DIE ZEIT Nr. 24/2019).