Communicatio Socialis

Informationen zur Zeitschrift

Communicatio Socialis – Zeitschrift fuür Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft behandelt aus medienethischer Perspektive Trends und Probleme gesellschaftlicher, medienvermittelter Kommunikation. Die Digitalisierung mit ihren Folgen für Öffentlichkeit und Gemeinwohl stehen dabei im Fokus. Die Zeitschrift begleitet damit die wissenschaftlichen Bemühungen der immer bedeutender werdenden Disziplin Medienethik. Neben thematischen Schwerpunkten im Bereich Medienethik geht es im Bereich Kommunikation in Kirche und Gesellschaft um das Verhältnis von Medien und Religion.

Neue Ausgabe 2/2021 von Communicatio Socialis zum Thema „Radio, Audio, Podcast“ erschienen

Zum aktuellen Heft: Thema „Radio, Audio, Podcast“

Egal ob hoch oder tief, laut oder leise: Der Klang der Stimme vermittelt wesentlich mehr, als es der bloße Text je könnte. Wir nehmen die Welt nicht nur über unsere Augen auf – sondern über alle Sinne! Doch was macht das Spezifische der Audio-Medien aus? Und welche Bedeutung haben sie im digitalen Zeitalter? Auch wenn der Erfolg des guten alten Radios, das Ende 2020 seinen hundertsten Geburtstag feierte, auch heute noch ungebrochen ist, haben sich die Möglichkeiten der Audio-Medien stark erweitert. Hören ist in und dabei so vielfältig wie nie zuvor: Musikstreaming, Podcasts und Webradios erleben einen wahren Boom und bieten ein individuelles Programm, das (fast) jeden Geschmack abdeckt. Die aktuelle Ausgabe der medienethischen Zeitschrift Communicatio Socialis geht daher auf Spurensuche und wirft einen Blick auf die bunte Vielfalt der Audio-Medien.

Die Beiträge im Heft

Den Auftakt macht Michael Jäckel mit einem Essay über das Laute und das Leise, das Reden und das Schweigen als gleichermaßen wichtige Ausgangspunkte für Audiomedien, aber auch menschliche Kommunikation generell. Jäckel charakterisiert die faktische Untrennbarkeit der vermeintlichen Gegensatzpaare: Denn wo niemand mehr zuhört, läuft jegliches Reden ins Leere.

 

Die Evolution des medial vermittelten Hörens skizzieren Jonas Schützeneder und Michael Graßl in ihrem Aufsatz. Ihr Drei-Stufen-Modell beginnt mit dem analogen Radio als Massenmedium für ein schweigendes Publikum. Durch technische Innovationen in den 1990ern entwickelt sich das Radio zum Mitmachmedium: Das Publikum wird durch Call-Ins o.ä. zum aktiven Teil des Programms. Die aktuelle und dritte Evolutionsstufe zeichnet sich für die Autoren schließlich durch nie dagewesene Partizipationsmöglichkeiten aus, wodurch sich die gesamte Audiobranche nachhaltig verändere.

 

Fast zwingend stellt sich die Frage, welche Rolle das traditionelle Radio künftig in diesem neuen, digital geprägten Audioversum spielen kann. Uwe Hasebrink geht dem nach und fokussiert die Perspektive der Rezipient:innen: Wofür nutzen Sie das lineare Radio? Insbesondere die Funktion der Strukturierung des Alltags und der Synchronisierung der Gesellschaft hebt er hervor – und macht deutlich, dass das traditionelle Radio sich weiterentwickeln muss, um diese Funktionen in der Zukunft erfüllen zu können.

Wie es um die Weiterentwicklung des klassischen Hörfunks tatsächlich bestellt ist, darin geben Christian Daubner, Philipp Grammes und Tim Pfeilschifter vom „Bayerischen Rundfunk“ einen Einblick. Sie plädieren dafür, dass sich öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten künftig als Plattformbetreiber betrachten und zeigen aktuelle Initiativen des BR abseits des linearen Radios auf, unter anderem in den Bereichen Podcasts und Künstliche Intelligenz.

 

Nicht nur öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, auch andere Anbieter aus dem klassischen Medienmarkt wagen den Weg ins neue Audioversum: Zeitungs- und Zeitschriftenverlage bieten immer häufiger eigene Podcasts an. Michael Wild und Vera Katzenberger präsentieren in ihrem Aufsatz eine quantitativ-qualitative Inhaltsanalyse solcher Angebote und zeigen auf, dass sich Verlage noch vielfach in einer Experimentierphase befinden.

 

Eine Podcast-Sparte, die sich bereits etabliert hat, ist das Genre „True Crime“. Lena Baumann untersucht in ihrem Beitrag die beiden Erfolgsformate „Mordlust“ und „Zeit Verbrechen“. Sie stellt fest: Die publikumswirksame Schilderung echter Kriminalfälle baut auf saubere Recherche, einen geschickten Spannungsbogen, eine passende Erzählstimme – und die Berücksichtigung medienethischer Standards.

 

All die präsentierten Umbrüche und Veränderungen im Audiobereich haben Konsequenzen für die Arbeit der beteiligten Journalist:innen und sollten sich entsprechend auch in deren Ausbildung niederschlagen. Sprecher und Radiocoach Yves Simon zeigt daher zum Abschluss des Schwerpunkts auf, wie sich Radiosender zukunftsorientiert aufstellen können. Für die Journalist:innenausbildung im Audiobereich empfiehlt er unter anderem eine stärkere Kooperation zwischen den Medienhäusern, aber auch zwischen Wissenschaft und Praxis.

 

Der Themenschwerpunkt Audio der Communicatio Socialis wird auch in der aktuellen Ausgabe um spannende weitere Artikel und Aufsätze ergänzt. Im neuen Heft möchten wir Ihnen insbesondere den Beitrag in der Rubrik zuRechtgerückt empfehlen. Die Politikwissenschaftlerin Lea Pfau gibt hier Praxiseinblick in die Arbeit der Internetplattform FragDenStaat. Der Beitrag ist abrufbar unter der DOI 10.5771/0010-3497-2021-2-233.

 

 

Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar.

DOI https://doi.org/10.5771/0010-3497-2021-2

Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.