Communicatio Socialis

Informationen zur Zeitschrift

Communicatio Socialis – Zeitschrift fuür Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft behandelt aus medienethischer Perspektive Trends und Probleme gesellschaftlicher, medienvermittelter Kommunikation. Die Digitalisierung mit ihren Folgen für Öffentlichkeit und Gemeinwohl stehen dabei im Fokus. Die Zeitschrift begleitet damit die wissenschaftlichen Bemühungen der immer bedeutender werdenden Disziplin Medienethik. Neben thematischen Schwerpunkten im Bereich Medienethik geht es im Bereich Kommunikation in Kirche und Gesellschaft um das Verhältnis von Medien und Religion.

Neue Ausgabe 1/2021 von Communicatio Socialis zum Thema „Satire, Comedy, Komödie“ erschienen

Zum aktuellen Heft: Thema „Satire, Comedy, Komödie“

Ist es wirklich witzig, wenn der WDR-Kinderchor in Anlehnung an das Kinderlied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ die Oma als „Umweltsau“ bezeichnet? Über Humor lässt sich bekanntlich streiten. Sowohl darüber, was man lustig findet, als auch darüber, was beleidigt und verletzt. Kurt Tucholskys Frage „Was darf Satire?“ ist heute noch hochaktuell: War der Beitrag aus medienethischer Sicht vertretbar? Oder war die Reaktion, den Beitrag nach massiver Kritik zu löschen, gerechtfertigt?

In ihrer aktuellen Ausgabe lotet die Zeitschrift Communicatio Socials die Grenzen des Humors aus.

Die Beiträge im Heft

Dazu befassen sich im Auftakt Anna Wagner, Cordula Nitsch und Dennis Lichtenstein mit dem Selbstverständnis von Satiriker:innen in Deutschland: Sehen sie sich als Entertainer oder moralische Zeigefinger? Welche Wertvorstellungen sind ihnen in ihrer Arbeit wichtig? Die Forscher haben Leitfadeninterviews mit 13 professionellen Satiriker:innen geführt und können zeigen: Das Satireverständnis ebenso wie das Rollenverständnis der Befragten sind stark normativ orientiert.

In seinem kostenfrei abrufbaren Beitrag „Humor und Komik in der politischen Kommunikation“ legt Andreas Dörner dar, welch vielfältigen Funktionen Humor in der politischen Kommunikation erfüllt. Am Beispiel der US-amerikanischen Late-Night-Shows legt er dar, wie sich mit Humor nicht nur Wählerpotentiale ausschöpfen, sondern auch Brücken ins gegnerische Lager bauen lassen – was angesichts zunehmend polarisierter und segmentierter Gesellschaften immer relevanter wird. Insbesondere die Kraft der Selbstironie hebt er hervor. Der Beitrag ist abrufbar unter DOI https://doi.org/10.5771/0010-3497-2021-1-22

Den schon zitierten Klassiker „Was darf Satire?“ bringt Thomas Bohrmann mit seinem Text in dieses Heft ein – allerdings zugespitzt auf die Sphäre religiöser Satire. Insbesondere beschäftigt ihn der Blasphemie-Begriff, der als solcher im deutschen Strafrecht nicht mehr zu finden ist. Dem modernen Staat gehe es weniger darum, Gottes Ehre zu schützen, als vielmehr die Religionsgemeinschaften bzw. das friedliche Zusammenleben der Menschen, die diesen angehören. Um diesen gesellschaftlichen Frieden zu sichern, formuliert Bohrmann ethische Leitlinien für Produzent:innen und Rezipient:innen religiöser Satire.

Ein festes Element in der Communicatio Socialis sind mittlerweile die Innenansichten, in denen uns Autor:innen aus der Praxis Einblick in die aktuellen ethischen Fragen und Herausforderungen ihres Berufsfeldes geben. Einen solchen Blick hinter die Kulissen gewährt in diesem Heft Jana Fischer – sie ist Satire-Autorin und arbeitet u.a. für die „heute-show“. Thomas Kronenberg, Kurator am Caricatura Museum, erklärt seinen Zugang zu Witz und Satire. Zum Abschluss lenkt Raimund Meisenberger, Leiter des Feuilletons der „Passauer Neuen Presse“, unseren Blick auf eine aus seiner Sicht kritische Wandlung der Satire – denn ihr Gegenstand seien heute nicht mehr die Mächtigen, sondern die Machtlosen

Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar: https://doi.org/10.5771/0010-3497-2021-1

Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.