Communicatio Socialis

Informationen zur Zeitschrift

Communicatio Socialis – Zeitschrift fuür Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft behandelt aus medienethischer Perspektive Trends und Probleme gesellschaftlicher, medienvermittelter Kommunikation. Die Digitalisierung mit ihren Folgen für Öffentlichkeit und Gemeinwohl stehen dabei im Fokus. Die Zeitschrift begleitet damit die wissenschaftlichen Bemühungen der immer bedeutender werdenden Disziplin Medienethik. Neben thematischen Schwerpunkten im Bereich Medienethik geht es im Bereich Kommunikation in Kirche und Gesellschaft um das Verhältnis von Medien und Religion.

Neue Ausgabe 3/2021 von Communicatio Socialis zum Thema „Diversität – Körper, Identität, Selbst“ erschienen

Zum aktuellen Heft: Thema „Diversität – Körper, Identität, Selbst“

So bunt wie das Leben – so bunt ist unsere Gesellschaft. Slogans wie „Vielfalt statt Einfalt“ verdeutlichen den Wunsch nach einem gelingenden Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft. Doch wie kann das gelingen? Wie kann Chancengleichheit über unterschiedliche Kulturen, Ethnien, Religionen, Geschlechter und Altersgruppen hinweg realisiert werden? Und: Wie spiegelt sich die gelebte Vielfalt der Gesellschaft in der deutschen Medienlandschaft? Fragen wie diese sind von hoher medienethischer Relevanz und zugleich in ihrer Breite schwer zu überblicken. Die medienethische Zeitschrift Communicatio Socialis widmet sich daher in gleich zwei Ausgaben (Ausgabe 3 und 4/2021) dem Schwerpunkt der Diversität. Dabei soll die theoretische Metaebene genauso berücksichtigt werden wie empirische Forschungsergebnisse und Erfahrungen.

Themenfokus des aktuellen Heftes sind „körperliche und geistige Fähigkeiten“, „Geschlecht, geschlechtliche Identität“, „sexuelle Orientierung“ sowie „Alter“. Die beteiligten Autor:innen beleuchten unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche, in denen die mediale Konstruktion sozialer Ungleichheit zum Tragen kommt.

 

 

Die Beiträge im Heft

Mit dem ethischen Vorfeld von Medienpluralität und -diversität als Norm befasst sich der einführende Beitrag von Alexander Filipović, der über die Nomos eLibrary (https://doi.org/10.5771/0010-3497-2021-3-288) kostenfrei verfügbar ist. Ihm geht es darum, Pluralität als einen eigenständigen Wert philosophisch zu begründen. Dazu lotet er die moralischen Dimensionen von Pluralität im Sinne von Vielfalt aus.

Zur Erforschung von Diversität und Ungleichheit in den Medien gilt es Theorie- und Forschungsansätze einzubeziehen, die unterschiedliche theoretische Zugänge eröffnen. Dazu hat Andrea D. Bührmann die Strömungen in der Diversitätsforschung hinsichtlich ihrer relevanten Forschungsfragen, -dimensionen und -perspektiven systematisiert. Sie führt aus, dass auf Basis unterschiedlicher Diversitätsverständnisse die Fragen nach dem Verhältnis von Körper, Identität und Selbst anders gestellt und auch anders beantwortet werden.

Mit der Repräsentation von Behinderung im Film und in TV-Serien befasst sich Petra Anders. Gängige Erzählmuster, die Behinderung als etwas Unerträgliches vermitteln, sowie sich wiederholende Stereotype über Menschen mit Behinderung werden analysiert, hinterfragt und kritisiert. Dass es auch anders geht, dokumentiert Anders an neueren TV-Serien, in denen komplexe Charaktere mit Behinderung, verkörpert von behinderten Schauspieler:innen, dargestellt werden.

Inklusion ist auch das Thema der Journalistin Judyta Smykowski, die für Redaktionen mehr Diversität fordert und als Teil des Teams von „Leidmedien.de“ Workshops für Redaktionen anbietet, in denen sie Tipps für eine diskriminierungsfreie Sprache gibt. Smykowski stellt „Die Neue Norm“ vor, ein Online-Magazin und Podcast, in dem Journalist:innen mit Behinderung Geschichten erzählen, die sonst in den deutschen Medien nicht vorkommen.

Der Beitrag von Regina Ammicht Quinn reflektiert verschiedene Konzepte zu den miteinander verbundenen Gerechtigkeitskategorien Gender und Diversität. Sie fordert, dass vor jedem Umgang mit Diversität zuerst der Umgang mit der eigenen privilegierten Situation stehen sollte.

Das Weiterbestehen traditioneller weiblicher Rollenbilder auf YouTube beschäftigt im Beitrag Elizabeth Prommer, Claudia Wegener und Christine Linke. Sie untersuchten die 100 populärsten deutschen YouTube-Kanäle und konstatieren, dass nur ein Viertel der Kanalbetreiberinnen weiblich ist. Eine Themen- und Inszenierungsanalyse machte deutlich, dass auch die Themensetzung gängigen Stereotypen entspricht. Von vielfältigen, modernen Frauenbildern ist auf der jungen Plattform YouTube aktuell nur wenig zu sehen.

Die Reproduktion und Verfestigung von stereotypen Bildern über ältere Menschen – als schwach, schutz- und hilfsbedürftig – während der Corona-Pandemie durch die Medien beschäftigt Janina Myrczik und Eva-Maria Kessler. Die Autorinnen werten bereits vorliegende nationale und internationale Studien aus und stellen auch ihr eigenes Forschungsprojekt mit ersten Ergebnissen vor.

Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar.

doi.org/10.5771/0010-3497-2021-3

Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.