Communicatio Socialis

Informationen zur Zeitschrift

Communicatio Socialis – Zeitschrift fuür Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft behandelt aus medienethischer Perspektive Trends und Probleme gesellschaftlicher, medienvermittelter Kommunikation. Die Digitalisierung mit ihren Folgen für Öffentlichkeit und Gemeinwohl stehen dabei im Fokus. Die Zeitschrift begleitet damit die wissenschaftlichen Bemühungen der immer bedeutender werdenden Disziplin Medienethik. Neben thematischen Schwerpunkten im Bereich Medienethik geht es im Bereich Kommunikation in Kirche und Gesellschaft um das Verhältnis von Medien und Religion.

Neue Ausgabe 2/2019 von Communicatio Socialis zum Thema „Bedrohungen digitaler Öffentlichkeiten“ erschienen

Zum aktuellen Heft: Thema „Bedrohungen digitaler Öffentlichkeiten“

Zwölf Millionen Klicks: Davon können die meisten YouTuber nur träumen. Und egal wie man zu Rezo und seinem Video „Die Zerstörung der CDU“ stehen mag, dass ausgerechnet ein Video zu politischen Themen derart viel Aufmerksamkeit erhält, zeigt, welche Chancen digitale Medien für den demokratischen Diskurs bieten. Dies ist freilich nur eine Seite der Medaille. Die Debatten rund um Fake News, die Angst vor gezielter Desinformation durch Populisten und Phänomene wie Hate Speech zeugen von den Risiken, die mit digitalen Technologien einhergehen. Mit seinem Schwerpunkt „Bedrohungen digitaler Öffentlichkeiten“ widmet sich Communicatio Socialis diesem aktuellen Thema und untersucht die Chancen und Herausforderungen der verschiedenen Phänomene der Online-Kommunikation und was die hierbei entstehenden digitalen Öffentlichkeiten charakterisiert.

Die Beiträge im Heft

Durch welche Mechanismen das deliberative Potential digitaler Öffentlichkeiten bedroht werden kann, legen Tim Schatto-Eckrodt et al. in ihrem Beitrag „Information Warfare und Desinformation“ dar. Unter „Information Warfare“ versteht man in der Regel gezielte Desinformationskampagnen, wobei eine engere Definition speziell digitale Kommunikation in den Fokus nimmt. Die Strategien der Akteure von Desinformationskampagnen werden anhand einer aktuellen Fallstudie eindrücklich illustriert. In dieser wird untersucht, wie die Twitter-Kommunikation über den „35. Chaos Communication Congress“ manipuliert werden sollte.

Mit Partizipationsprozessen setzt sich der Beitrag „(K)einGrund zur Panik?“ von Wolf J. Schünemann auseinander. Aus einem – wie er schreibt – empirisch-kritischen Blick auf die Sorgen um die demokratischen Auseinandersetzungen im digitalen Zeitalter heraus überprüft der Autor aktuelle Krisendiagnosen. Hierbei stehen die Phänomene Social Bots, Echokammern und Hate Speech im Zentrum. Die Studie zur Online-Kommunikation im deutschen Bundestagswahlkampf 2017 des Verbundprojekts „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ dient als Ausgangspunkt für die weiterführende Analyse, deren Ergebnisse der medialen Debatte gegenübergestellt werden, um einzuschätzen, inwieweit sich die Thesen und Kontextualisierungen zum jeweiligen „Krisen-Begriff“ stützen lassen. Zuletzt nimmt der Beitrag kritisch dazu Stellung, inwieweit sich erhöhte politische Regulierungsmaßnahmen von Online-Diskursen konstruktiv für eine liberal demokratische Debatte auswirken können.

„Was algorithmische Personalisierungsprozesse prägt“ analysiert abschließend Martina Skrubbeltrang Mahnke. Neben anderen Forschungsrichtungen stellt ihr Beitrag den Ansatz vor, Algorithmen als netzwerkähnliche Strukturen zu betrachten. Im Mittelpunkt steht hierbei die konkrete Interaktionsbeziehung zwischen Algorithmus und Nutzer_in, die der Beitrag auch empirisch in den Blick nimmt. Mittels einer strukturierten Inhaltsanalyse prüft sie hierbei drei Dimensionen der Algorithmus-Nutzer-Kommunikation: eine strategische, eine narrative, sowie eine interaktive. Mahnke spricht sich dafür aus, Möglichkeiten ins Auge zu fassen, wie Nutzer_innen als Handlungsträger_innen befähigt werden können, aktiv und mitbestimmend an Personalisierungsprozessen zu partizipieren.

Aufsätze

Das Thema „Digitalisierung“ ist auch im Aufsatz „Corporate Digital Responsibility“ von zentraler Bedeutung. Die beiden Communicatio Socialis Herausgeber Klaus-Dieter Altmeppen und Alecander Filipović beschreiben und problematisieren das Konzept der Corporate Digital Responsibility für den Medienbereich. Dieses orientiert sich an einer Ethik der Digitalität, einer Ethik medial vermittelter öffentlicher Kommunikation sowie an einer unternehmens- und wirtschaftsethisch ausgerichteten Medienethik.

Den medienethischen Fragestellungen der weit verbreiteten Praxis der Autorisierung von Interviews widmen sich Sonja Nowack und Klaus Meier in ihrem Artikel „Autorisierung von Interviews“. In einer explorativen Studie mit Leitfadengesprächen mit Journalist_innen und PR-Fachleuten sowie inhaltsanalytischen Vergleichen von Interviews vor und nach der Autorisierung wurde untersucht, wie Autorisierungsprozesse bei journalistischen Interviews ablaufen und welche Veränderungen am Original-Text vorgenommen werden. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet. Der Artikel ist kostenfrei über die Nomos eLibrary über diesen Link abrufbar.

Wer hilft bei Liebeskummer? Dass Internetforen durchaus eine Hilfe sein können und bei der Bewältigung von Liebeskummer unterstützen, beschreibt Julia Hünniger in ihrem Beitrag „Bei Liebeskummer: Hilfe im Netz?“. Auf Basis einer Forenanalyse, einer Online-Befragung und problemzentrierter Interviews untersucht sie die Qualität sozialer Unterstützung in Liebeskummerforen.

 

Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar.

https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0010-3497-2019-2-141/titelei-inhaltsverzeichnis-jahrgang-52-2019-heft-2?page=1

Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.