Susanna Endres ist seit Februar 2017 Mitarbeiterin des zem::dg.

Arbeiten nach Zahlen

Alexander Filipović & Jonas Bedford-Strohm äußern sich zum Thema "Algorithmen" in einem Projekt der Katholischen Journalistenschule

Startseite des Projekts "Arbeiten nach Zahlen"

Sie bestimmen unseren (digitalen) Alltag – und werden dabei kaum wahrgenommen: Algorithmen sind der unsichtbare Chef, der uns per Navigationssystem auf dem kürzesten Weg zur Arbeit lotst, der uns eine gefällige Musikauswahl zusammenstellt und bestimmt, ob die Personaler unsere Bewerbung überhaupt erst zu Gesicht bekommen. Eine großartige Arbeitserleichterung oder computergesteuerte Fremdbestimmung?

Der Volontärsjahrgang 2016/2 der katholischen Journalistenschule ifp in München hat sich eine Woche lang mit dem Thema „Algorithmen“ beschäftigt. Für die Frage danach, wie das Thema aus medienethischer Perspektive zu bewerten ist, haben sich die Autorinnen und Autoren an das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) gewandt.

Alexander Filipović im Beitrag: Der Code, dein bedenkenloser Chef

Im Beitrag „Der Code, dein bedenkenloser Chef“ von Felicia Schuld und Sebastian Kirschner betont der Leiter des zem::dg, dass – wenn Maschinen de Menschen bewerten – Programmierer und Unternehmer sich bereits frühzeitig mit den Fragen von Ethik und Moral beschäftigen müssen. Denn: Nur so können sie beim Programmieren ein ethisches Bewusstsein entwickeln.

Den vollständigen Beitrag können Sie unter diesem Link nachlesen:

Jonas Bedford-Strohm im Beitrag: Algorithmus statt Journalismus

Um Roboter-Journalismus und die Frage, wie Algorithmen Journalismus verändern, geht es im Beitrag „Algorithmus statt Journalismus“ von Roland Müller und Christoph Koitka. Jonas Bedford-Strohm, assoziierter Mitarbeiter des zem::dg, schildert darin, wie Innovation im Journalismus funktioniert. Sein Statement hierzu: „Innovation ist zehn Prozent Kreativleistung und 90 Prozent Drecksarbeit!“

Den vollständigen Beitrag können Sie unter diesem Link nachlesen:

Politische Partizipation in Digitalen Öffentlichkeiten

Fachkonferenz mit Theorie-Praxis-Dialog

Im Zuge der viel diskutierten „Digitalisierung“ verändert sich die Formation von politischen Öffentlichkeiten. Die Debatten um Filterblasen lassen die gesellschaftliche Verunsicherung dabei sichtbar werden: Die Kultur und Technik der Digitalität wird mit der Entstehung und Beförderung von Populismus genauso in Verbindung gebracht wie mit der heftigen Kritik an den als integrativ angesehenen Medien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der großen Zeitungsverlage. Wie ist und wird Beteiligung an demokratischer Meinungsbildung und Entscheidungsfindung unter diesen veränderten Bedingungen möglich?

Diskutieren Sie den digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit anhand von vier Fallstudien bei unserem Fachgesprch an der Humboldt-Universität zu Berlin: Wahlkampf in Deutschland, digitale Transformation von Medienhäusern, der Evangelische Kirchentag und politische Partizipation in der arabischen Welt.

Die Tagung wird vom Berlin Institute for Public Theology gestaltet und findet in Kooperation mit dem Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gestaltung statt. Sie wird von der Hanns Martin Schleyer-Stiftung/Heinz Nixdorf Stiftung gefördert.

Die Veranstaltung findet statt mit:

Mit MdB Dr. Petra Sitte (Digital-Ausschuss Deutscher Bundestag), Stephan Dörner (Chefredakteur t3n Magazin), Florian Stickel (Chefredakteur Microsoft DE), Lisa Zauner (Head of Digital 1LIVE), Ingo Dachwitz (netzpolitik.org), Malte Kosub (Geschäftsführer Future of Voice) und Dr. Stefanie Rentsch (Deutscher Evangelischer Kirchentag).

Mit Prof. Dr. Gary Schaal (Hamburg), Prof. Dr. Sigrid Baringhorst (Siegen), Prof. Dr. Torsten Meireis (Berlin Institute for Public Theology), Prof. Dr. Alexander Filipovic (Zentrum für Ethik der Medien und der Digitalen Gesellschaft – zem::dg), Prof. Dr. Ilona Nord (Würzburg), Dr. Asiem El-Difraoui (Berlin) und Univ.-Prof. DDr. Christina Schachtner (Klagenfurt).

Herzliche Einladung!

Organisatorische Hinweise

Wann? 15. und 16. Juni 2018

Wo? Humboldt-Universität zu Berlin, Theologische Fakultät, Berlin Institute for Public Theology, 10099 Berlin

Anmeldung: Bitte per Mail unter bettina.schoen@hu-berlin.de

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei

 

Weitere Infos entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungsflyer.

 

Digitalisierung aus sozialethischer Perspektive


Das zem::dg konzipiert die aktuelle Ausgabe der internationalen Zeitschrift für Sozialethik „AMOSinternational“ zum Thema „Digitalisierung gestalten“

Digitalisierung: Ein Schlagwort, das Veränderungsprozesse in allen Lebensbereichen umfasst. Wie diese Veränderungsprozesse aussehen und welche ethischen Fragestellungen hiermit einhergehen, damit beschäftigt sich die neue Ausgabe von AMOSinternational. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Sozialethik, die vom Sozialinstitut Kommende Dortmund herausgegeben wird, wurde vom Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft gestaltet.

Um die Bedeutung der Digitalisierung für die Gesellschaft aufzuzeigen, eröffnen die Artikel des Heftes eine Vielfalt von unterschiedlichen Perspektiven und Bereichen auf den Prozess:

Günther Wilhelms analysiert in seinem Artikel „Wie die Digitalisierung das Verhältnis des Menschen zu seiner Arbeit verändert“ die Herausforderungen, die mit der Digitalisierung für die Arbeitswelt einhergehen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Schicksal des einzelnen Menschen und seinen Möglichkeiten zur Selbstentfaltung.

Für mehr Gelassenheit und Bedachtsamkeit bei der Gestaltung einer tragfähigen Netzpolitik setzt sich Matthias Möhring-Hesse ein. Denn: Demokratische Beteiligung ist nicht Folge der Digitalisierung, sondern eine politische Gestaltungsaufgabe für die digitale Gesellschaft, die sorgsam durchdacht werden muss und nicht auf die Schnelle zu haben ist.

Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, gerechter und besser zusammenzuleben? Dieser Frage geht Michael Nagenborg in seiner Analyse „Die digitale Stadt“ nach. Hierin zeigt er auf, dass digitale Technik das Leben in der Stadt einerseits gerechter gestalten – andererseits jedoch auch Ungleichheit produzieren kann. Dass die grundlegende Vision einer „guten Stadt“ angesichts der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten digitaler Technik nicht untergehen dürfe, ist dabei eine seiner zentralen Thesen.

Auf die Frage danach, wie Digitalisierung das Leben und Lernen in der Schule bestimmt, geht Andreas Büsch in seinem Text „Non scholae sed vitae!?“ ein. Seiner Ansicht nach, darf digitale Bildung nicht an den Grenzen des Schulhauses aufhören. Schließlich geht es bei digitaler Bildung auch um die Partizipation an gesellschaftlichen Entwicklungen – und damit auch darum, wie wir zukünftig miteinander leben, lernen und arbeiten wollen.

Unter dem Titel „Digitalisierung menschlich gestalten“ diskutieren Thorsten Busch und Tobias Karcher die unternehmerische Verantwortung in Zeiten von Big Data. Hierbei zeigen sie die Vor- und Nachteile, die mit der Digitalisierung einhergehen auf und geben Empfehlungen für einen kritischen und lebensdienlichen Umgang mit Digitalisierung.

Nähere Informationen zum Heft sowie die Möglichkeit die Ausgabe zu bestellen finden Sie unter diesem Link

Eine Detailübersicht aller Heftinhalte sowie Downloadmöglichkeiten zu ausgewählten Artikeln und der Abstracts finden Sie unter diesem Link

 

“Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst”

Rückblick auf die Abendveranstaltung "Frieden und Journalismus" mit Dr. Nicola Albrecht und Henriette Löwisch

„Wahrheit stirbt im Krieg leider tatsächlich zuerst. Alle Parteien wollen ihre Seite des Konflikts an die Medien verkaufen“, mit diesen Worten beschreibt die Nahost-Korrespondentin Dr. Nicola Albrecht, wie schwer es fällt, in Zeiten des Krieges als Journalistin hochwertigen Journalismus zu machen. Wie kann guter Journalismus dennoch gelingen? Und wie kann Journalismus zum Frieden beitragen – und soll er das überhaupt? Dieser Frage ging die Veranstaltung „Journalismus und Frieden – Aufgaben der Medien in Krieg und Krisen“ auf den Grund. Zusammen mit Dr. Nicola Albrecht diskutierten die Leiterin der Deutschen Journalistenschule Henriette Löwisch und Prof. Dr. Alexander Filipović die Potentiale, Chancen und Herausforderungen, die mit einem friedensorientierten Journalismus einhergehen.

Die Veranstaltung fand am 12. Dezember 2017 in den Räumen der Bibliothek der Hochschule für Philosophie in München in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Praktische Phi­losophie mit dem Schwerpunkt Völkerverständigung statt.

Nachfolgende Bildergalerie soll die Impressionen des Abends vermitteln und bereits die Neugier auf unsere kommenden Veranstaltungen im Kontext der Reihe „Medienethik in der Bibliothek“ wecken.

Sie möchten mehr wissen? Nach Weihnachten werden wir in unregelmäßigem Turnus Videoimpressionen zum Abend auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen. Schauen Sie vorbei – wir freuen uns auf Sie!

Ausschreibung: Freie Mitarbeit zur Erstellung eines eLearning-Kurses

Kontext der Ausschreibung

Für das Bildungswerk Rosenheim e.V. erstellt das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) einen eLearning-Kurs zum Thema „Digitale Ethik“. Der Kurs gliedert sich in 4 Lernpakete (Module) sowie eine kurze Einführungseinheit auf. Zur Erstellung dieses Kurses sucht das zem::dg zum nächstmöglichen Zeitpunkt Unterstützung durch eine/einen freie/n Forschungsmitarbeiter_in.

Aufgabengebiet

Das Aufgabengebiet umfasst die Unterstützung des zem::dg-Teams bei der Konzipierung der Modulinhalte, deren didaktischen Aufbereitung sowie der grafischen und interaktiven Aufbereitung im Lernmanagement-System.

Profil

Grundkenntnisse im Umgang mit Lernmanagement-Systemen (bevorzugt Moodle) werden vorausgesetzt. Kompetenzen im Bereich Erwachsenenbildung oder Pädagogik wären ideal. Wünschenswert wären darüber hinaus erste Kenntnisse im Bereich „Digitale Ethik“ oder Grundkenntnisse in der Angewandten Ethik.

Zeitlicher Umfang und Vergütung

Der eLearningkurs wird voraussichtlich im Zeitraum von Januar 2017 bis April 2018 erstellt. Der veranschlagte Zeitaufwand für die Projektunterstützung beträgt ca. 14 h/Woche, wobei die Einteilung der Arbeitszeit größtenteils flexibel möglich ist. Das veranschlagte Stundenhonorar für die freie Mitarbeit beträgt je nach Qualifikation 8,90 bis 20,- €/h.

Wir freuen uns auf aussagekräftige Bewerbungen bis 8. Januar.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Susanna Endres (susanna.endres@zemdg.de) sehr gerne zur Verfügung.

Über diesen Link können Sie sich die Ausschreibung als PDF herunterladen.

Wenn Science-Fiction Realität wird: Wie Roboter unseren Alltag verändern

Wie stellen wir uns Roboter vor? Der menschenähnliche Roboter, wie er im Film dominiert, ist in der Realtiät eher die Ausnahme ...

Wenn wir von Robotern sprechen, denken wir auch heute noch in erster Linie an Science-Fiction-Romane. Oder an mittelmäßige Hollywood-Streifen à la Terminator. Kein Wunder, dass die Hoffnungen und Befürchtungen, die dem Thema entgegenschlagen breiter nicht sein könnten: Während auf der einen Seite die diffuse Angst vor „Killermaschinen“, die die Existenz der gesamten Menschheit bedrohen könnten, vorherrscht, sieht die andere Seite Roboter als Heilsbringer, die die Menschheit von der Notwendigkeit der Erwerbsarbeit befreien.

Doch wie sieht die Realität tatsächlich aus?
Wohin könnten die Entwicklungen gehen?

Je nachdem, wie man den Begriff „Roboter“ definiert, sind Roboter schon heute in vielen Haushalten fester Bestandteil unseres Alltags: Vom „Rasenmäh-Roboter“ über den „Staubsauger-Roboter“ bis hin zum Kühlschrank, der bei Bedarf selbst Lebensmittel, die zur Neige gehen, nachbestellt, sind uns entsprechende Maschinen nicht fremd. Mit menschenähnlichen Robotern, wie wir sie aus Filmen oder Büchern kennen, haben diese (relativ einfachen) Geräte jedoch nicht viel zu tun. Vielleicht fällt es uns auch aus diesem Grunde so leicht, uns an ihre praktischen Funktionen zu gewöhnen.

Dass mit diesen so unscheinbaren Alltagshelfern durchaus größere ethische Fragestellungen einhergehen, verliert man dabei schnell aus dem Blick. Dabei sind zahlreiche Aspekte, wie etwa welche Daten durch die heimischen Roboter erhoben werden und was mit diesen geschieht/geschehen darf, bis heute nicht endgültig geklärt.

Auch in der Industrie – in der unter dem Stichwort „Arbeit 4.0“ oder „Industrie 4.0“ das Thema „Robotik“ ein Schlagwort geworden ist – haben und halten Roboter sukzessive Einzug. Automatisierung, Autonomisierung, Flexibilisierung und Individualisierung sind Kennzeichen der „Smart Factory“, die effizient und effektiv agieren und reagieren soll (Bendel, 2015, S. 750).

Die große Befürchtung, dass durch Industrieroboter und –anlagen sukzessive immer mehr Arbeitsplätze vernichtet werden, dominiert dabei immer wieder die Schlagzeilen. Umgekehrt können gerade in Arbeitsbereichen, in denen Arbeitskräfte fehlen, wie etwa dem Pflegesektor, Roboter eine deutliche Entlastung darstellen. Dass mit dem Einsatz von Robotern speziell im sozialen Bereich, in dem das zwischenmenschliche Miteinander von großer Bedeutung ist, jedoch auch nicht als Patentlösung angesehen werden kann und in der Umsetzung durchaus auch kritisch reflektiert werden muss, sollte dabei selbstverständlich sein (Beck, 2013, S. 7).

Sicherlich ist unser Eingangsbeispiel – der Roboter als „Killermaschine“ – sehr drastisch gewählt. Blickt man jedoch auf die aktuellen Entwicklungen im militärischen Kontext, wird deutlich, dass es gar nicht so sehr aus der Luft gegriffen ist. Drohnen, die ferngesteuert Ziele anvisieren können, stellen nur einen ersten Schritt hin zu einem vollautomatisierten Waffensystem dar. Derartige Entwicklungen werfen große ethische Fragestellungen auf, die es mit Blick auf den rasanten technischen Fortschritt zu diskutieren gilt (Weidlich, 2013, o. S.).

Dürfen Maschinen töten? Roboter und Moral

Das Einsatzgebiet von Robotern wird breiter – und dringt bis in unseren Alltag vor. Zudem werden Roboter und roboterähnliche Maschinen immer „intelligenter“. Künstliche Intelligenz, also Maschinen, die aufgrund von „Erfahrungen“ selbst lernen und ihre Handlungsabläufe anpassen können, sind bereits heute Realität. Doch was bedeutet das für moralische Fragestellungen? Können wir es zulassen, dass Maschinen über Leben und Tod entscheiden?

Mit dem selbstfahrenden Auto gelangten entsprechende Fragestellungen zunehmend in die Öffentlichkeit. Wie schwierig die Entscheidungen, um die es hierbei u. a. geht, zu treffen sind, wird etwa in dem Projekt „Moral Machine“ (http://moralmachine.mit.edu/hl/de) des Massachusetts Institute of Technology deutlich: Hier können Nutzer unterschiedliche Dilemmata, auf die selbstfahrende Autos treffen könnten, virtuell durchspielen. Im Anschluss an die eigene Entscheidung kann man sein Urteil mit dem von anderen Teilnehmer_innen vergleichen und diskutieren.

Selbstfahrendes Auto von Google. Von Michael Shick - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44405988

Eine andere Frage nach der Moral der Maschinen wirft u. a. das Stichwort „Roboterjournalismus“ auf. Schon heute werden Algorithmen dazu eingesetzt, um Sportnachrichten oder Börsenberichte zu verfassen. Doch wie steht es um Roboterjournalismus, wenn komplexere Inhalte berichtet werden sollen? Wie können Roboter entscheiden, welche Nachrichten für die Leser_innen, für die Gesellschaft wirklich relevant sind? Fragen wie diese zeigen, dass wir trotz all der technischen Potentiale, die mit den Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz einhergehen, Robotern – gerade wenn es um komplexere, ethische Fragestellungen geht – die Kompetenz der Entscheidungsfindung (noch) nicht zutrauen.

Doch was würde es umgekehrt bedeuten, wenn Roboter tatsächlich dazu in der Lage wären, moralische Entscheidungen zu treffen? Wie müssten wir mit Robotern in diesem Falle umgehen? Was wir in der Science-Fiction-Literatur unter dem Thema „Roboter-Rechte“ in naiver Faszination gelesen haben, müsste dann auch in der Realität zu diskutieren sein (Bendel, 2016, S. 189 ff.).

 

Veranstaltungstipp: International Research Conference Robophilosophy 2018

Bereits in diesem kurzen Abriss wurde deutlich, dass das Thema „Robotik“ zahlreiche Fragen aufwirft.

Welche konkreten Auswirkungen die Robotik auf die Gesellschaft haben kann, das wird auf der „International Research Conference Robophilosophy 2018 / TRANSOR 2018“ aus primär geisteswissenschaftlicher Sicht diskutiert. Aktuelle Forschungsergebnisse werden dort mit starkem Praxisbezug präsentiert.

So lauten die drei Hauptziele der Veranstaltung:

  • „present interdisciplinary Humanities research in and on social robotics that can inform policy making and political agendas, critically and constructively
  • investigate how academia and the private sector can work hand in hand to assess benefits and risks of future production formats and employment conditions.
  • explore how research in the Humanities, including art and art research, in the social and human sciences, can contribute to imagining and envisioning the potentials of future social interactions in the public space.“

Die Konferenz findet vom 14.-17. Februar 2018 an der Universität Wien statt.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite der Universität Wien.

Die Moral der Maschinen

Rückblick auf den Katholischen Medienkongress 2017

„Es ist erst der Anfang …“, unter diesem Titel fand der Katholische Medienkongress Anfang dieser Woche in Bonn statt. Und der Titel war programmatisch: Nicht nur beschrieb er treffend die inhaltliche Fokussierung der einzelnen Panels; vielmehr schien er auch die Teilnehmenden dazu zu ermutigen, optimistisch in die Zukunft zu blicken, um die Digitalität wertestiftend mit zu gestalten.

Das wurde auch in unserem Panel deutlich. Das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft war Pate des sehr gut besuchten Panel 3 „Die Moral der Maschinen“ und somit auch für dessen Gestaltung verantwortlich. Während Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen das Panel moderierte, bereicherte Prof. Dr. Alexander Filipović die Diskussion mit seiner philosophischen Perspektive auf das Thema. Neben den beiden Leitern des zem::dg trugen Nele Heise, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin an der Universität Hamburg und Prof. Dr. Petra Grimm, Dozentin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule der Medien in Stuttgart und Leiterin des Instituts für Digitale Ethik mit ihren Perspektiven zu einer differenzierten und praxisnahen Auseinandersetzung mit dem Thema bei.

"Welches Mediensystem haben wir und welches Mediensystem brauchen wir?"

Diese zentrale Frage beherrschte das spannende Gespräch sowie die Podiumsdiskussion. Denn dass es bei allem technischen Fortschritt immer auch um die Frage nach uns selbst und wie wir uns eine gute und lebenswerte Gesellschaft vorstellen geht, das stand im Zentrum all der vielfältigen und inspirierenden Stellungnahmen zum Thema. Algorithmen dominieren – in all ihrer Vielseitigkeit – immer stärker unser Leben. Das wirft wichtige ethische Fragestellungen auf. Diese Feststellung war bei allen Panel-Teilnehmern Konsens. Doch wie können und sollten wir hiermit umgehen? Können Algorithmen reguliert werden? Und was bedeuten Algorithmen für Begriffe wie „Medienkompetenz“ und „Medienbildung“? Dass gerade in diesem Bereich auch ein kreativer und produktiver Zugang hilfreich ist, betonte Nele Heise. Sie verwies hierzu exemplarisch auf die Projekte „Creative Gaming“ und „Jugendhackt“.

Das Panel zeigte auf, wie wichtig Transparenz, Datensicherheit und aber auch verantwortungsvolle Geschäftsmodelle der Medien- und Technologieanbieter sind. Dass die Kirchen als Impulsgeber hierbei eine wichtige Rolle spielen, wurde hier – aber auch bei den anderen Veranstaltungen des Kongresses – deutlich.

Es ist erst der Anfang – und noch haben wir die Möglichkeit, die Weichen zu stellen. Dass hierzu auch der medienethische Blick von zentraler Bedeutung ist, das betonte Reinhard Kardinal Marx in seinem Abschlusswort zum Kongress und nannte hierzu als positives Beispiel den Lehrstuhl für Medienethik in München.

Der Katholische Medienkongress 2017: Ein wichtiger Impulsgeber für mehr Sensibilität und Bewusstsein im Umgang mit den digitalen Medien.

Prof. Dr. Alexander Filipović im Porträt

Prof. Dr. Alexander Filipović, Leiter des zem::dg Foto: SJ-Bild, Leopold Stübner

Die aktuelle tv diskurs stellt Prof. Dr. Alexander Filipović in einem ausführlichen Porträt vor. In dem Artikel schildert Autor Alexander Grau nicht nur, wie der Leiter des zem::dg seine Leidenschaft für den Gegenstandsbereich der Medienethik fand, sondern auch, welche Perspektiven er auf aktuelle Fragestellungen und Problembereiche hat:

Inwieweit dürfen Journalisten etwa Partei ergreifen? Wie ist Öffentlichkeitsarbeit aus medienethischer Sicht zu bewerten und welche Funktion hat sie für die Gesellschaft?

Fragen wie diesen geht der Artikel nach und zeichnet dabei die persönlichen Sichtweisen des Medienethikers nach. Dass diese keine konkreten Handlunganweisungen beinhalten, sondern vielmehr verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, liegt in seinem Selbstverständnis als Wissenschaftler und Ethiker begründet: „Es ist so etwas wie ein Credo der ethischen Arbeit, dass der Ethiker kein Politiker ist. Er kann und soll Kriterien für mögliche Handlungsoptionen
an das Ende seiner Analyse stellen. Ob diese dann aber umgesetzt werden oder wie, ist nicht mehr Sache des Wissenschaftlers, sondern bleibt der Politik überlassen, die demokratisch legitimiert ist.“

Das vollständige Porträt finden Sie auf der Internetseite der Zeitschrift tv diskurs.

 

Big Data im Diskurs

Was sind die wesentlichen Facetten und Entwicklungen von Smart Health und mHealth und wie hängen sie zusammen? Welche Chancen, welche Risiken sind mit diesen Aspekten verbunden und wie lassen sie sich ethisch bewerten?

Diesen Fragen geht die politische Akademie Tutzing in einem neuen Forschungsprojekt nach und vergibt hierzu Stipendien an motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen IT und Journalismus, Medizin, Philosophie und Rechtswissenschaft sowie Bildung und Sozialwissenschaften.

Ethische Fragestellungen, die mit Big Data auch Einzug in den Medizin- und Gesundheitsbereich genommen hat stehen im Zentrum des Diskurses: Datenschutz, Sanktions- und Manipulationsmöglichkeiten sind hierbei Schlagwörter, die die Schattenseiten der neuen Technik aufzeigen. Wie ist mit diesen umzugehen? Wie stehen sie im Verhältnis zu den Vorteilen, die Big Data für den Gesundheitssektor bedeutet?

Nähere Informationen zum Forschungsprojekt und zur Stipendienausschreibung finden Sie auf der Internetseite der Tutzinger Akademie.

Grundpositionen und Kommunikationsstrategie der Partei „Alternative für Deutschland“ in der Beurteilung

Studie des ICS Münster und des zem::dg München/Eichstätt stellt tiefgreifende Differenzen der AfD zu christlichen Grundoptionen heraus

Wie verhalten sich grundlegende Positionen, politische Zielsetzungen und die Kommunikationsstrategien der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu den Positionen der katholischen Soziallehre? Dieser Fragestellung ging ein Team des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften in Münster (ICS) zusammen mit unserem Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) nach. Neben dem Grundsatz-, sowie dem Bundestagswahlprogramm der Partei wurden dabei auch die Kommunikationsstrategie der Partei anhand einer Analyse ausgewählter Reden von ParteifunktonärInnen sowie ihrer Social Media-Strategie untersucht.

Das AutorInnen-Team – bestehend aus Marianne Heimbach-Steins, Alexander Filipović, Josef M. Becker, Maren Behrensen und Theresa Wasserer – zeigt, dass in vielen Bereichen maßgebliche Differenzen zwischen den gegenübergestellten Positionen bestehen.

Programm und Kommunikationsstrategie der AfD als Thema der Medienethik

Als medienethische Herausforderung kann dabei primär der Umgang der AfD mit den so genannten Social Media betrachtet werden: So nutzt die AfD soziale Netzwerke (vor allem Facebook) sehr intensiv und erzielt deutlich mehr Resonanz auf diesen Plattformen als andere Parteien. Im Gegensatz zu anderen Parteien lassen sich hierbei für die AfD Echokammereffekte nachweisen. AfD-Sympathisanten auf Facebook bilden eine homogene, nur innerhalb „rechter“ Gruppierungen vernetzte Gemeinschaft. Problematisch hieran ist, dass Echokammern und Filterblasen gesellschaftlich gesehen eine antidiskursive Wirkung attestiert werden kann.

Der Umgang der Medien und der Journalisten mit der AfD ist schwierig – die Problematik wurde jüngst von Bernd Gäbler beschrieben, der (Mit-)Autor einer in Kürze veröffentlichten Studie der Otto-Brenner-Stiftung ist. Wie in unserer ICS/zem::dg-Expertise geht es offenbar in der Studie ebenfalls um die Bestimmung eines kritischen Begriffs des Populismus und dessen kommunikationsstrategische Umsetzung (siehe dazu den Beitrag beim Deutschlandfunk).

Ziel der Untersuchung

Ausgangspunkt für die Vergleichsstudie waren eine Bitte und Anregung der Bevollmächtigten der katholischen Bischöfe gegenüber den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Ziel der Untersuchung ist es, Orientierungen für eine christlich fundierte Urteilsbildung und Hilfestellungen für den Umgang mit inhaltlichen und kommunikativen Herausforderungen anzubieten, denen Christinnen und Christen in der Auseinandersetzung mit den Positionen und dem Politikstil der AfD begegnen.

Vom Team des zem::dg haben Alexander Filipović (Co-Leiter des zem::dg, Lehrstuhl für Medienethik München) und Theresa Wasserer (Lehrstuhl für Medienethik München) mitgearbeitet. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in der Reihe der Sozialethischen Arbeitspapiere des ICS (ICS-AP Nr. 8) veröffentlicht.

Die vollständige Studie, eine Zusammenfassung sowie weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des ICS.